Ein neuer, nicht-invasiver diagnostischer Bluttest - Polymerase-Kettenreaktion (PCR) - für Patienten mit Risiko für Pilzinfektion (Aspergillose)

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Review-Frage. In diesem Review möchten wir der Frage nachgehen, wie präzise ein PCR-Test eine invasive Aspergillose bei Patienten, deren Immunsystem nach medizinischen Behandlungen, wie Chemotherapie, Organ- oder Knochenmarktransplantation eingeschränkt ist, diagnostizieren kann. .

Hintergrund: Die Aspergillose ist eine Pilzinfektion, die durch Aspergillus,einen weit verbreiteten Schimmelpilz, verursacht wird. Die meisten Menschen atmen täglich Aspergillus- Sporen ein, ohne zu erkranken. Jedoch sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem oder Lungenerkrankungen einem höheren Risiko für gesundheitliche Probleme ausgesetzt, wenn sie Kontakt zu Aspergillenhaben. Eine Aspergillen-Infektion verursacht Beschwerden, welche klassisch als invasiv, saprophytär oder allergisch definiert werden können. Einige Formen der Aspergillusinfektion verlaufen mild, andere verlaufen schwer. Die Infektion mit Aspergillen ist die häufigste lebensbedrohliche, opportunistische, invasive Pilzinfektionen bei Patienten mit beeinträchtigtem Immunsystem. Ohne Behandlung versterben die meisten Patienten an einer Aspergillose, sodass eine frühe Diagnose und schnelle Verabreichung der entsprechenden antimykotischen Medikation entscheidende Faktoren für das Überleben dieser Patienten sind. Weiterhin kann die Infektion den Erhalt von Lungengewebe gefährden, sodass ein Bedarf nach neuen, nicht-invasiven Methoden besteht, welche rechtzeitig den Pilzbefall anhand der Nukleinsäure im Blut nachweisen können.

Studienmerkmale. Die letzte Suche nach Studien fand im Juni 2015 statt. Achtzehn klinische Studien wurden ausgewählt. Diese Studien berichten prospektiv über die Auswertung von PCR-Tests in Kohorten von Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Aspergilleninfektion.

Finanzierungsquellen der StudienKeine der eingeschlossenen Studien wurde von einem Unternehmen, welches in der Diagnostik von invasiven Pilzerkrankungen aktiv ist, finanziert.

Qualität der EvidenzDie meisten Studien hatten ein geringes Risiko für Bias und wenige Einschränkungen bezüglich der Anwendbarkeit. Jedoch können unterschiedliche Referenzbereiche zu einer unterschiedlichen Verteilung der Klassifizierung von Fälle mit bzw. ohne Aspergillose geführt haben.

ErgebnisseEs wurden unterschiedliche PCR-Techniken in den Studien verwendet. Das Poolen der Daten aus diesen Studien zeigte, dass die Sensitivität und Spezifität der PCR für die Diagnose von Aspergillose variieren (58 bis 80,5% und 78,5 bis 95,2%), da unterschiedliche interpretative Kriterien einen Test als positiv definieren. Wenn der PCR-Test als Diagnosekriterium für eine Aspergillose in einer Population von 100 Personen mit einer Krankheitsprävalenz von 13% (mittlere Gesamtprävalenz) angewandt werden würde, so würde ein einzelner PCR-Test drei erkrankte Patienten nicht als krank erkennen. Weiterhin würden 19 Personen fälschlich als krank eingestuft und unnötigerweise behandelt oder weiteren Tests unterzogen werden. Wenn zwei positive Tests als Mindestanforderung für eine Diagnose in einer Population mit der gleichen Krankheitsprävalenz gelten würden, würden sechs betroffene Patienten nicht als erkrankt erkannt werden und drei gesunde Personen fälschlich als erkrankt klassifiziert werden. Diese Angaben sollten mit Vorsicht interpretiert werden, da die Limitationen des Referenzstandards keine einheitliche Einteilung in krank und nicht-krank erlauben. Insgesamt zeigt die PCR eine moderate diagnostische Genauigkeit bei Verwendung als Screening-Test für Aspergillose bei Gruppen von Hochrisikopatienten. Eine wichtige Schlussfolgerung ist, dass die Sensitivität des Tests, die geringe Prävalenz der Erkrankung und ein hoher negativer prädiktiver Wert dazu führen, dass ein negativer Test eine positive Diagnose quasi ausschließt.

Übersetzung: 

Mana Schmidt-Haghiri, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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