Die Anwendung von rekombinanten Wachstumshormonen, um Wachstum und Gesundheit bei Kindern und jungen Erwachsenen mit zystischer Fibrose zu verbessern

Fragestellung

In diesem Review haben wir die Evidenz zur Wirkung des rekombinanten humanen Wachstumshormons (recombinant human growth hormone (rhGH)) auf die Gesundheit von Menschen mit zystischer Fibrose (cystic fibrosis (CF)) untersucht.

Hintergrund

CF ist eine vererbte Stoffwechselerkrankung, bei der es zu Erkrankungen der Lunge, des Verdauungssystems und der Bauchspeicheldrüse kommt. Menschen mit CF sind oft untergewichtig und im Wachstum verzögert, was deren Lungenfunktion beeinträchtigen kann. Nahrungsergänzungsmittel sind vermutlich nicht ausreichend. Es wird vermutet, dass eine Behandlung mit rhGH das Wachstum und die Knochendichte verbessern könnte. Die Behandlung mit rhGH erfolgt üblicherweise einmal täglich mit einer Spritze unter die Haut. Diese ist teuer und kann den Glukosestoffwechsel beeinflussen. Das hat wiederum Folgen für Kinder, die ein Risiko für CF-bedingten Diabetes haben. Daher müssen wir die Risiken und Vorteile dieser Behandlung kritisch untersuchen. Dies ist ein Update eines früheren Reviews.

Suchdatum

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 22. Oktober 2018.

Studienmerkmale

In diesem Review wurde untersucht, ob rhGH die Lungenfunktion, das Wachstum und die Lebensqualität bei Kindern und jungen Erwachsenen mit CF verbessert. Es wurden acht Studien mit 291 Teilnehmenden mit CF eingeschlossen, die nach dem Zufallsprinzip für die eine oder die andere Behandlung eingeteilt wurden. Die Teilnehmenden in den Studien waren zwischen fünf und 23 Jahre alt, jedoch waren die meisten noch nicht in der Pubertät. Sechs Studien verliefen über ein Jahr und zwei Studien über sechs Monate. In sieben Studien wurde die Behandlung mit rhGH mit keiner Behandlung verglichen und in einer Studie mit einem Plazebo (eine Flüssigkeit, die kein Wachstumshormon enthielt). In der Studie, die Plazebo verwendete, wurde dieses mit zwei unterschiedlichen Dosen der rhGH Behandlung verglichen.

Hauptergebnisse

Die Ergebnisse zeigten eine mäßige Verbesserung bei Körpergröße, Gewicht und Magermasse (Körpermasse minus Speicherfett) nach sechs bis 12 Monaten. Allerdings gab es keine einheitliche Evidenz, dass die Behandlung mit rhGH zu einer Verbesserung von Lungenfunktion, Muskelkraft oder Lebensqualität führt. Die Studien waren klein und wir fanden keine Evidenz über die Veränderungen im Glukosestoffwechsel oder das Langzeitrisiko für Diabetes durch die Behandlung. Aufgrund dieser Ergebnisse war es uns nicht möglich einen eindeutigen Therapievorteil zu erkennen. Wir glauben, dass mehr Forschungsarbeit mit gut geplanten Studien mit geeigneten Teilnehmerzahlen notwendig ist.

Qualität der Evidenz

Es lag nicht genügend Information vor, um zu entscheiden, ob es insgesamt in den Studien Verzerrungen gab, so dass die Ergebnisse beeinflusst sein könnten. Alle gemessenen Endpunkte wurden in den Studien eindeutig berichtet, aber die Studien waren klein und hatten nicht genügend Teilnehmer, um zu zeigen, dass Unterschiede in den Behandlungsgruppen nicht zufällig waren. Wir hatten zudem Bedenken, dass Endpunkte wie z.B. Lebensqualität, die auf persönliche Wertung zurückzuführen sind, beeinträchtigt sein könnten, da die Teilnehmer von sieben Studien wussten, in welcher Behandlungsgruppe sie waren.

Übersetzung: 

J. Gauch, freigegeben durch Cochrane Schweiz. Unterstützt von Fondation SANA.

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