Antibiotikagabe zur Vermeidung mütterlicher oder kindlicher Infektionen im Fall von mekoniumhaltigem Fruchtwasser während der Geburt

Grünes (mekoniumhaltiges) Fruchtwasser entsteht, wenn das Ungeborene Abfallprodukte aus seinem Enddarm in die Fruchtblase entleert. Diese Fälle treten häufiger bei Überschreitung des errechneten Geburtstermins auf. Schwangere mit grünem Fruchtwasser entwickeln eher Komplikationen wie eine bakterielle Entzündung der Fruchtblase (Chorioamnionitis) oder eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) nach der Geburt. Beim Kind können Komplikationen wie Sepsis („Blutvergiftung“) auftreten oder das Kind muss auf eine Neugeborenenintensivstation verlegt werden. Stress oder Sauerstoffmangel des Ungeborenen können eine Schnappatmung auslösen, wodurch grünes Fruchtwasser in die kindliche Lunge gelangt (Mekonium-Einatmung).

Unser Review basiert auf zwei randomisierten kontrollierten Studien (mit insgesamt 362 Frauen) und zeigt, dass eine vorbeugende Antibiotikagabe das Risiko für eine Entzündung der Fruchtblase bei Frauen mit grünem Fruchtwasser mindern kann (moderate Qualität der Evidenz). Die Verwendung von Antibiotika reduzierte nicht eindeutig die Fälle von kindlicher Sepsis (niedrige Qualität der Evidenz). Ebenso wenig konnte die Anzahl der Verlegungen auf die Neugeborenenintensivstation oder der Fälle von Gebärmutterschleimhautentzündung deutlich gesenkt werden (jeweils niedrige Qualität der Evidenz). Studien mit einer sehr viel größeren Anzahl an Schwangeren mit grünem Fruchtwasser wären erforderlich, um dieses Thema zu untersuchen.

Übersetzung: 

C. Berger, C. Loytved, freigegeben durch Cochrane Schweiz

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