Antioxidantien bei männlicher eingeschränkter Zeugungsfähigkeit

Fragestellung
Verbessern ergänzende orale Antioxidantien Fertilitätsendpunkte bei eingeschränkt zeugungsfähigen Männern, im Vergleich zu Plazebos, keiner Behandlung oder anderen Antioxidantien?

Hintergrund
Ein Paar kann als ein Paar mit Fruchtbarkeitsproblemen angesehen werden, wenn es seit über einem Jahr erfolglos versucht, ein Kind zu zeugen. Viele eingeschränkt zeugungsfähige Männer, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, nehmen auch Nahrungsergänzungsmittel ein, in der Hoffnung, ihre Fruchtbarkeit zu verbessern. Die Behandlung der Fruchtbarkeit kann für Männer und ihre Partnerinnen eine sehr belastende Zeit sein. Es ist wichtig, dass diese Paare Zugang zu qualitativ hochwertiger Evidenz haben, die es ihnen ermöglicht, informierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob sie ein zusätzliches Antioxidans einnehmen sollten. Dies ist besonders wichtig, da die meisten antioxidativen Nahrungsergänzungsmittel keiner gesetzlichen Kontrolle unterliegen. Dieser Review zielte darauf ab zu beurteilen, ob Nahrungsergänzungsmittel mit oralen Antioxidantien, die von den eingeschränkt zeugungsfähigen Männern eingenommen wurden, die Chancen eines Paares erhöhen können, eine (klinische) Schwangerschaft, die durch Ultraschall bestätigt wurde und letztendlich die Geburt eines Babys (Lebendgeburt), zu erreichen. Dieser Review hat nicht die Verwendung von Antioxidantien bei Männern mit normalem Sperma untersucht.

Studienmerkmale

Cochrane Autoren erstellten diesen Review, in den 61 randomisierte kontrollierte Studien eingeschlossen wurden, in denen 18 verschiedene Antioxidantien mit Placebo, keiner Behandlung oder einem anderen Antioxidans in einer Gesamtpopulation von 6264 eingeschränkt zeugungsfähigen Männern verglichen wurden. Die Teilnehmer waren zwischen 18 und 65 Jahre alt; sie gehörten zu einem Paar, das in eine Kinderwunschklinik eingewiesen worden war, von denen sich einige einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen. Die Evidenz ist auf dem Stand von Februar 2018.

Hauptergebnisse
Antioxidantien können mit einer erhöhten Lebendgeburtrate und einer erhöhten klinischen Schwangerschaftsrate verbunden sein. Basierend auf der untersuchten Population für Lebendgeburten würden wir erwarten, dass von 100 eingeschränkt zeugungsfähigen Männern, die keine Antioxidantien einnehmen, 12 Paare ein Baby bekommen würden, verglichen mit 14 bis 26 Paaren pro 100, die ein Baby bekommen würden, wenn sie Antioxidantien einnehmen. Wenn Studien mit hohem Risiko aus der Analyse entfernt wurden, gab es keine Hinweise auf eine erhöhte Lebendgeburtrate. Bei den Menschen, die für die klinische Schwangerschaft untersucht wurden, würden wir erwarten, dass von 100 eingeschränkt zeugungsfähigen Männern, die keine Antioxidantien einnehmen, sieben Paare eine klinische Schwangerschaft haben würden, verglichen mit 12 bis 26 Paaren pro 100, die eine klinische Schwangerschaft haben würden, wenn sie Antioxidantien einnehmen. Unerwünschte Ereignisse wurden nur unzureichend berichtet. Basierend auf drei Studien konnten wir jedoch feststellen, dass Fehlgeburten nicht häufiger auftraten, wenn Antioxidantien eingenommen wurden. Die Einnahme von Antioxidantien könnte mehr Magen-Darm-Probleme verursachen, was bedeutet, dass wir erwarten, dass von 100 eingeschränkt zeugungsfähigen Männern, die keine Antioxidantien einnehmen, zwei gastrointestinale Probleme haben würden, verglichen mit zwischen zwei und neun Männern, wenn sie Antioxidantien einnehmen.

Schlussfolgerung der Autoren und Qualität der Evidenz

Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel, die von eingeschränkt zeugungsfähigen Männern eines Paares eingenommen werden, das eine Kinderwunschklinik besucht, kann die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt erhöhen. Jedoch war die Gesamtqualität der Evidenz aus nur sieben kleinen randomisierten kontrollierten Studien niedrig. Niedrige Qualität der Evidenz deutet auch darauf hin, dass die klinischen Schwangerschaftsraten zunehmen können. Insgesamt gibt es keine Evidenz für ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt. Allerding deutet eine sehr nierdige Qualität der Evidenz darauf hin, dass Antioxidantien zu leichteren gastrointestinalen Problemen führen können. Paare mit eingeschränkter Zeugungsfähigkeit sollten darauf hingewiesen werden, dass die aktuelle Evidenz insgesamt aufgrund schlechter Methodenberichte, fehlender Berichte über die klinischen Endpunkte wie Lebendgeburtenrate und klinische Schwangerschaft, sowie Ungenauigkeiten aufgrund oft niedriger Ereignisraten, hoher Anzahl von Abbrüchen und kleiner Studiengruppengrößen, nicht schlüssig ist. Weitere große, gut durchgeführte, randomisierte, placebokontrollierte Studien, die über Schwangerschaft und Lebendgeburten berichten, sind noch notwendig, um die genaue Rolle der Antioxidantien zu klären.

Hauptergebnisse: 


Übersetzung: 

A. Borchard, freigegeben durch Cochrane Schweiz. Unterstützt von Fondation SANA.

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