Maßnahmen zur Erhöhung der Grippe-Impfraten bei Personen ab 60 Jahren, die zuhause leben

Fragestellung

Verursacht die ansteigende Nachfrage, der Zugang zu Impfungen und die Aktivitäten von Anbietern eine Erhöhung von Grippe-Impfraten bei Menschen im Alter von 60 Jahren und älter, die zuhause leben?

Hintergrund

Impfraten unterscheiden sich von Land zu Land, zwischen Bevölkerungsgruppen und zwischen Gruppen mit verschiedenen Gesundheitsrisiken.

Suchdatum

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 7. Dezember 2017.

Studienmerkmale

Wir schlossen drei neue Studien (15.993 Teilnehmer) in diese Aktualisierung ein; der Review umfasst nun insgesamt 61 Studien mit 1.055.337 Teilnehmern. Alle Teilnehmer waren 60 Jahre alt oder älter, und lebten zuhause.

Quellen der Studienfinanzierung

Staatliche Gesundheitsorganisationen finanzierten 33 Studien; 9 Studien wurden durch Stiftungen finanziert; Organisationen, die Leistungen des Gesundheitswesens in den Studien zur Verfügung gestellt hatten, finanzierten 3 Studien; und ein pharmazeutisches Unternehmen, dass kostenlose Impfstoffe anbot, finanzierte 1 Studie. Drei Studien berichteten nicht über Finanzierungsquellen.

Hauptergebnisse

Erhöhung der Nachfrage nach Schutzimpfungen in der Bevölkerung (12 Strategien, 41 Studien, 767.460 Teilnehmer)

Wirksame Interventionen bestanden aus Erinnerungen/Rückrufen mit Briefen und Prospekten, Pflegepersonal oder ApothekerInnen, die die Menschen informierten und aus Impfungen durch Pflegepersonal. Wirksame Effekte in Einzelstudien bestanden aus Patientenkontakt durch pensionierte Lehrer, RezeptionistInnen, Pflegepersonal und Studierende der Humanmedizin.

Es war nicht möglich, einige Interventionen für die Analyse zu kombinieren, da sie zu unterschiedlich waren: 17 Studien mit einfachen Erinnerungen (11 mit signifikanten Ergebnissen); 16 Studien mit persönlichen Erinnerungen (12 mit signifikanten Ergebnissen); zwei Studien mit individuellen Briefen versus Serienbriefen (beide mit signifikanten Ergebnissen); und vier Studien, die Gesundheitsrisiken begutachteten sowie Impfempfehlungen aussprachen (alle mit signifikanten Ergebnissen).

Verbesserung des Zugangs zur Impfung (6 Strategien, 8 Studien, 9.353 Teilnehmer)

Wirksame Interventionen bestanden aus Hausbesuchen, Gruppenbesuchen in Kliniken und kostenlosen Impfangeboten.

Verbesserung der Versorgung durch Leistungserbringer oder das Gesundheitssystem (11 Strategien, 15 Studien, 278.524 Teilnehmer)

Wirksame Interventionen, die für die Analyse kombiniert werden konnten, enthielten ärztliche Bezahlung, ärztliche Erinnerungen, Klinikplakate, die den ärztlichen Wettbewerb förderten und Bewertungssysteme mit dem Leistungsvergleich der besten 10% der Ärzte. Wir konnten einige Interventionsgruppen nicht analysieren: ärztliche Erinnerungen (vier Studien, zwei davon wirksam) und Anregung zum Impfen (drei Studien, zwei davon wirksam).

Einzelne Studien, die nicht wirksam waren, bestanden aus Plakaten plus Postkarten versus nur Plakate, aufklärende Erinnerungen an Ärzte im Vergleich zu zugesandtem Aufklärungsmaterial, Aufklärungsarbeit sowie Feedback zu Teams versus schriftliches Feedback und Erhöhung der Mitarbeiterimpfraten.

Keine Studie hat gemessen, ob Interventionen Krankheit oder Krankenhausbesuche reduzierten und keine berichtete von gesellschaftlichen Interventionen.

Qualität der Evidenz

Insgesamt befanden wir, dass die eingeschlossenen Studien ein moderates Risiko für Bias hatten. Die allgemeine Beurteilung mit GRADE ergab Evidenz von hoher bis moderater Qualität.

Übersetzung: 

N.Tittlbach, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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