Interventionen zur Erhöhung der Impfrate gegen Influenza (Grippe) für Menschen im Alter von 60 Jahren und älter

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Viele Gesundheitsbehörden empfehlen Grippeschutzimpfungen für ältere Menschen. Jedoch ist die Nachfrage nach Impfungen bei Menschen ab 60 Jahren sehr unterschiedlich je nach Land, sozioökonomischem Status und gesundheitlicher Risikogruppe. Es ist sehr wichtig, wirksame Maßnahmen zur Erhöhung der Impfraten gegen Grippe zu finden.

Insgesamt nahmen wir 57 randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) mit 896.531 Teilnehmern (allesamt im eigenen Haushalt lebende Senioren in einkommensstarken Ländern) in die Übersichtsarbeit auf. In 36 Studien wurde die Intervention mit einer Kontrollgruppe verglichen, in der keine Intervention erfolgte. Von insgesamt 57 RCTs wählten 33 % der Studien ihre Teilnehmer zufällig nach eine Methode aus, die nur ein geringes Verzerrungsrisiko birgt. Bei 61 % der Studien war das Verzerrungsrisiko unklar. Im Hinblick auf fehlende Daten wiesen 49 % aller RCTs ein nur geringes und 39 % ein unklares Risiko auf.

Alle eingeschlossenen Studien konzentrierten sich auf die Erhöhung der Impfraten gegen Grippe (Influenza) und keine berichtete von negativen Auswirkungen. Die Studien zeigten Unterschiede, weshalb wir beim Zusammenfassen der Ergebnisse Vorsicht walten lassen mussten.

Erhöhung der Nachfrage nach Schutzimpfungen in der Bevölkerung (32 Studien, 10 Strategien)

Zu den wirksamen Maßnahmen in dieser Vergleichskategorie gehörten ein Brief kombiniert mit einer Broschüre/Postkarte im Vergleich zu nur einem Brief, Krankenpfleger/Apotheker für die Aufklärung und die Impfung von Patienten, ein Telefonanruf von einer dienstälteren Person, eine telefonische Einladung anstelle eines Sprechstundenbesuchs, eine Lebensmittel-Verlosung sowie Pflegepersonal, das Patienten aufklärt und impft. Es war uns unmöglich, die Studien zu Postkarte/Brief/Broschüre, auf Patienten zugeschnittene Kommunikation, individualisierte Briefen/Telefonanrufe oder kundenspezifischen Beurteilungen zusammenzufassen, jedoch konnten einige Studien deren Wirksamkeit nachweisen.

Verbesserung des Zugangs zu Schutzimpfungen (8 Studien, 6 Strategien)

Zu den wirksamen Interventionen in dieser Vergleichskategorie gehörten Hausbesuche im Vergleich zu Einladungen in die Sprechstunde, Angebote für kostenlose Impfungen (in den USA) und Gruppenbesuche von Patienten bei Ärzten. Es war uns unmöglich, die Studien zu Hausbesuchen von Pflegepersonal oder kostenlosen Impfungen im Vergleich zu keiner Intervention (USA) zusammenzufassen.

Verbesserung der Versorgung durch Leistungserbringer oder das Gesundheitssystem (17 Studien, 11 Strategien)

Zu den wirksamen Interventionen in dieser Vergleichskategorie gehörten die Bezahlung von Ärzten, Ärzte an alle Patienten erinnern, Poster plus Postkarten, Durchsicht der Krankenakten/Feedback sowie Schulungsinitativen/Feedback.

Studien, die Poster plus Postkarten mit Postern allein verglichen, eine Schulung beinhalteten und die Impfraten des Personals steigern sollten, zeigten, dass diese Maßnahmen nicht wirksam waren.

In den folgenden Gruppen haben wir die Studien aufgrund starker Heterogenität nicht zusammengefasst: Erinnerung von Ärzten (vier Studien, n = 202.264) und Einsatz von Beratern in der Praxis (drei Studien, n = 2183), obwohl einige dieser Studien die Wirksamkeit der Maßnahmen nachweisen konnten.

Wir konnten keine RCTs oder Kohortenstudien mit geringem Verzerrungsrisiko finden, in denen untersucht wurde, ob diese Maßnahmen die Häufigkeit der Erkrankungen (Morbidität) oder die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Senioren reduzierten.

Die Ergebnisse sind auf dem Stand vom 4. Juni 2014.

Gesellschaftliche Ebene: keine RCTs

Hauptergebnisse: 

Übersetzung: 

Cochrane Schweiz

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