Palliative (ohne Heilungsabsicht) Chemotherapie und gezielte Krebstherapie für Speiseröhrenkrebs und Krebs des ösophagogastralen Übergangs

Fragestellung

Dieser Review zielte darauf ab, die Wirksamkeit der Zugabe von zytostatischer oder gezielter Therapie zur unterstützenden Versorgung bei Personen mit Speiseröhrenkrebs und Krebs des ösophagogastralen Übergangs zu untersuchen.

Hintergrund

Speiseröhrenkrebs ist die achthäufigste Krebserkrankung weltweit. Viele Personen erhalten die Diagnose erst nachdem sich die Erkrankung auf weitere Teile des Körpers ausgedehnt hat und eine Heilung selten möglich ist. Diese Personen können mit palliativer Chemotherapie oder gezielter Krebstherapie (einem Medikament, das auf eine bestimmte Komponente des Tumors ausgerichtet ist) behandelt werden. Das Ziel dieser Behandlung ist die Kontrolle des Tumorwachstums und die Erhöhung der Überlebensrate, ohne die Lebensqualität signifikant zu verringern.

Studienmerkmale

Wir durchsuchten Referenzlisten, biomedizinische Datenbanken (Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL), MEDLINE, Embase, Web of Science, PubMed Publisher und Google Scholar) und Studienregister bis zum 13. Mai 2015. Zusätzliche Suchen wurden im September 2017, vor der Veröffentlichung des Reviews, durchgeführt und sind in dem Abschnitt „Studies awaiting assessment“ dargestellt.

Hauptergebnisse

Wir fanden 41 randomisierte kontrollierte Studien, die unseren Einschlusskriterien entsprachen, sowie 49 laufende Studien. Dieser Review mit Metaanalyse zeigt, dass Personen, die mehr Chemotherapie oder gezielte Krebstherapie erhalten, länger leben und eine geringere Krankheitsprogression vorweisen als Personen mit der besten unterstützenden Versorgung (Best Supportive Care) oder weniger Therapie. Der einzige einzelne Wirkstoff, dem mehr als eine Studie eine Verbesserung der Überlebensrate zusprach, war Ramucirumab. Wir fanden in den Behandlungsarmen mit zusätzlicher Chemotherapie oder gezielter Krebstherapie häufiger schwere, mit der Behandlung verbundene Toxizität (Grad 3 oder höher). Es gibt jedoch keine Evidenz dafür, dass palliative Chemotherapie und/oder gezielte Krebstherapie die Lebensqualität senkt. Unsere Metaanalyse zeigt, dass Chemotherapie und gezielte Krebstherapie wirksame palliative Behandlungen für Personen mit Speiseröhrenkrebs und Krebs des ösophagogastralen Übergangs sind.

Qualität der Evidenz

Die Evidenz, die besagt, dass mehr Chemotherapie oder gezielte Krebstherapie das Überleben verbessert, ist von hoher Qualität, ebenso wie die Evidenz für besseres Überleben verglichen mit Best Supportive Care. Die Evidenz für das erhöhte Auftreten von schwerer, mit der Behandlung verbundener Toxizität ist von sehr niedriger Qualität während die Evidenz, die keine Reduzierung der Lebensqualität zeigt, ebenfalls von niedriger Qualität ist.

Übersetzung: 

A. Wenzel, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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