Interventionen für den Ersatz fehlender Zähne: Hyperbare Sauerstofftherapie für strahlungsbehandelte Patienten, die Zahnimplantate benötigen

Fragestellung

Dieser Review von Autoren der Cochrane Oral Health Group vergleicht den Erfolg einer Zahnimplantatbehandlung mit und ohne hyperbarer Sauerstofftherapie bei Patienten, die sich zuvor einer Strahlentherapie unterzogen hatten.

Hintergrund

Fehlende Zähne beeinträchtigen das Essen und Sprechen und verändern das Aussehen. Zahnimplantate stellen eine Möglichkeit dar, fehlende Zähne zu ersetzen. Insbesondere Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten haben, und Patienten, bei denen im Kopf- und Halsbereich eine Krebsoperation durchgeführt wurde, können einen Nutzen von der Rekonstruktion mit Implantaten haben. Zahnimplantate im Kieferknochen dienen als Stütze für Zahnersatz und manchmal auch für den Ersatz ganzer Teile des Mundes (Prothesen), die nach einer Tumoroperation entfernt wurden, oder infolge eines durch die Strahlentherapie verursachten Knochenschadens (Osteonekrose) fehlen.

Von der hyperbaren Sauerstofftherapie (bei der die Patienten mehrmals reinen Sauerstoff unter Druck in einer speziell konstruierten Kammer einatmen müssen) wurde behauptet, dass sie den Erfolg der Implantatbehandlung verbessert. Es wurde behauptet, dass die hyperbare Sauerstofftherapie die Knochen- und Gewebeheilung um Zahnimplantate bei Patienten, die sich einer Strahlentherapie unterzogen haben, verbessert. Dies bleibt jedoch kontrovers.

Studienmerkmale

Die Evidenz in diesem Review ist auf dem Stand vom 1. Juli 2013. Es wurde eine kleine Studie gefunden, die in einer Klinik für Kopf- und Halstumoren an einer niederländischen Universität durchgeführt wurde. Die Studie schloss 26 Erwachsene ein, deren Kopf- und Halstumore entweder mit Strahlentherapie oder mit einer Kombination aus Operation und Strahlentherapie behandelt wurden. Sämtlichen Teilnehmern fehlten sämtliche Zähne im Unterkiefer und sie hatten Probleme mit dem Halt einer Zahnprothese. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, 13 von ihnen wurden mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt, die anderen 13 nicht.

Hauptergebnisse

Nur eine kleine Studie, bei der zudem ein hohes Risiko für Bias bestand, verglich die Behandlung mit hyperbarer Sauerstofftherapie mit einer Behandlung ohne hyperbare Sauerstofftherapie. Die Ergebnisse konnten keinen Nutzen einer hyperbaren Sauerstofftherapie zur Vorbeugung eines Versagens von Zahnimplantaten oder anderen schwerwiegenden Komplikationen, wie eine durch die Bestrahlung verursachte Nekrose des Kieferknochens, belegen. Es werden weitere zuverlässige Studien benötigt, um diese Frage abschließend zu klären.

Qualität der Evidenz

Die Qualität der Evidenz war sehr niedrig, da sie nur auf einer kleinen Studie beruhte, die zudem ein hohes Risiko für Bias hatte.

Übersetzung: 

B. Fiess, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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