Kühlung von Neugeborenen mit hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie

Es liegt Evidenz dafür vor, dass eine künstlich herbeigeführte Abkühlung (induzierte Hypothermie) neugeborener Babys, die während der Geburt unter Sauerstoffmangel litten, das Auftreten von Todesfällen und Behinderungen verringert, ohne bei den überlebenden Babys zu einer Zunahme von Behinderungen zu führen. Eltern können also erwarten, dass das Kühlen die Gefahr verringert, dass ihr Baby stirbt, und falls das Baby überlebt, verringert die Kühlung die Gefahr, dass es schwere Behinderungen davonträgt. Ein Sauerstoffmangel vor und während der Geburt kann Zellen im Gehirn des Neugeborenen zerstören. Der Schaden entsteht dabei nicht nur während der Dauer der verringerten Sauerstoffzufuhr, sondern noch einige Zeit danach. Eine Möglichkeit, diesen Schaden zu begrenzen, besteht darin, eine Hypothermie zu induzieren, also die Körpertemperatur des Babys oder auch nur seines Kopfes für einige Stunden bis Tage künstlich zu senken. Diese Behandlung kann das Ausmaß des Schadens an den Gehirnzellen verringern. In unserem Review fanden wir in Studien Evidenz dafür, dass eine induzierte Hypothermie die Überlebensrate und den Entwicklungsstand mit 18 bis 24 Monaten bei termingerecht und kurz vor dem Geburtstermin geborenen Babys verbessert, bei denen die Gefahr einer Hirnschädigung besteht. Es sind weitere Forschungsarbeiten nötig, um zu verstehen, welche Neugeborenen einer Kühlung bedürfen, auf welche Weise diese am besten durchgeführt wird, wie lange die Behandlung andauern sollte und mit welcher Methode gekühlt werden sollte.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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