Andere immunmodulatorische Behandlungen als Kortikosteroide, Immunoglobin und Plasmaaustausch bei CIDP

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Die chronische entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) ist eine seltene Erkrankung, bei der es zu Muskelschwäche und Taubheitsgefühlen der Arme und Beine kommt. Sie kann progressiv oder schubförmig verlaufen. Sie wird wahrscheinlich durch eine Entzündung der Nervenfaserummantelung oder in schweren Fällen der Nervenfasern selbst verursacht. Es wird angenommen, dass eine autoimmune Reaktion bei der Immunzellen gegen Bestandteile der Nervenfaserummantelung fehlgeleitet werden diese Krankheit verursacht. In Reviews von Cochrane wurde Evidenz vorgestellt, die zeigt, dass manche Therapien helfen können. Hierzu gehören Kortikosteroide, Plasmatausch (in der die abnorme Plasmamenge im Blut durch einen Ersatz ausgetauscht wird) und intravenöse Gabe von menschlichem Immunoglobulin (Antikörper). Jedoch ist der Nutzen dieser Behandlungen oft nicht vorhanden, unpassend oder zu kurz, da er nur wenige Wochen andauert. Andere Behandlungsmethoden beinhalten zytotoxische Medikamente (ähnlich einer Chemotherapie), die die schädigenden Immunzellen abtöten, oder Medikamente die das Immunsystem regulieren, wie z.B. Interferone. Qualitativ hochwertige Evidenz zur Wirksamkeit dieser Behandlungen ist selten und nur vier randomisierte, kontrollierte Studien wurden gefunden. Eine testete das zytotoxische Medikament Azathioprine über neun Monate bei 27 Patienten. Eine zweite Studie testete über 12 Wochen das immunregulierende Medikament Interferon Beta-1a an zehn Patienten. Keine der Studien zeigte signifikante Ergebnisse und keine war groß genug um einen moderaten Nutzen zu entdecken. Die dritte Studie war eine doppelt verblindete, randomisierte Studie mit Interferon Beta-1a mit 67 Teilnehmern über 32 Wochen. Die vierte war eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie von Methotrexat mit 60 Teilnehmern über 40 Wochen. Die beiden letztgenannten Studien haben auch keinen signifikanten Nutzen von Methotrexat oder Interferon Beta-1a gezeigt. Beide waren nicht groß genug, um einen kleinen oder moderaten Nutzen zu erkennen oder auszuschließen. Nicht alle Studien berichteten Endpunkte, die für das Ansprechen auf das Medikament oder die Patienten relevant sein könnten. Es gab keinen signifikanten Bias in der Durchführung und Berichterstattung der beiden Studien zu Interferon Beta-1a und der Studie zu Methotrexat, aber es gab ein hohes Risiko für Bias in der Studie zu Azathioprin. Beobachtungsstudien über diese und anderen Medikamente, einschließlich der Zytostatika Cyclophosphamid, Cyclosporin, Mycophenolat, Rituximab und Alemtuzumab, Transplantation von Blutstammzellen und des immunregulierenden Medikaments Interferon Alfa, wurden durchgeführt, sind aber von unzureichender Qualität, um festzustellen, ob ein Nutzen von einem der Medikamente ausgeht.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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