Behandlung von nicht dringlichen Fällen in der Notaufnahme von Krankenhäusern durch Fachpersonen der Primärversorgung

Was ist das Ziel dieses Reviews?

Ziel dieses Cochrane Reviews war es herauszufinden, ob der Einsatz von Fachpersonen der Primärversorgung, wie etwa Allgemeinmediziner, bei der Behandlung von Patienten mit nicht dringlichen Gesundheitsproblemen in der Notaufnahme eines Krankenhauses zu einer Verringerung der Kosten und des Ressourcenverbrauchs führen kann. Wir suchten und analysierten veröffentlichte und unveröffentlichte Studien und fanden vier relevante Studien. Dies ist die erste Aktualisierung eines bereits veröffentlichten Cochrane Reviews.

Kernaussagen

Wir sind uns nicht sicher, ob der Einsatz von Fachpersonen der Primärversorgung in der Notaufnahme zur Behandlung von Patienten mit nicht dringlichen Beschwerden genauso wirksam oder sicher ist wie die reguläre notfallmedizinische ärztliche Behandlung, da wir nur wenig Evidenz und unterschiedliche Ergebnisse fanden, die von uns mit einer sehr niedrigen Vertrauenswürdigkeit eingestuft wurden. Die Sicherheit wurde nicht überprüft.

Was wurde in diesem Review untersucht?

In vielen Ländern geraten Notaufnahmen aufgrund des hohen Patientenaufkommens unter Druck, was zu langen Wartezeiten führt. Eine Möglichkeit zur Lösung dieses Problems könnte der Einsatz von Fachpersonen der Primärversorgung in Notaufnahmen sein, die Patienten versorgen, deren Beschwerden beim Eintreffen ins Krankenhaus nicht als dringlich eingestuft wurden. Es wird vermutet, dadurch die Verfügbarkeit von Notfallmedizinern für die Behandlung von schwereren Fällen zu verbessern und auf diese Weise auch den Ressourcenverbrauch und die Kosten zu verringern.

Was sind die Hauptergebnisse des Reviews?

Dieser Review schloss eine randomisierte und drei nicht-randomisierte Studien ein und umfasst insgesamt 11.463 Patienten, 16 Allgemeinmediziner, neun notfallmedizinische Pflegeexperten sowie 69 Notfallmediziner. Die Studien wurden in Irland, dem Vereinigten Königreich und Australien durchgeführt und durch Mittel des nationalen oder regionalen Gesundheitswesens sowie einer medizinisch wissenschaftlichen Förderung finanziert. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Studien konnten wir deren Ergebnisse nicht zusammenführen. Da die Vertrauenswürdigkeit der gefundenen Evidenz sehr niedrig war, können wir nicht sicher sein, ob die Intervention einen Unterschied hinsichtlich der Wartezeiten oder der gesamten Aufenthaltsdauer in der Notaufnahme (1 Studie; 260 Teilnehmer), Krankenhausaufnahmen, diagnostischer Untersuchungen, durchgeführter Behandlungen, Beratung oder Zuweisung zu Spezialisten im Krankenhaus (3 Studien; 11.203 Teilnehmer) sowie Kosten (2 Studien; 9325 Teilnehmer) ausmacht. Keine der eingeschlossenen Studien lieferte Daten zu unerwünschten Ereignissen.

Wie aktuell ist dieser Review?

Wir suchten nach Studien, die bis Mai 2017 veröffentlicht wurden.

Übersetzung: 

V. Neudeck und S. Krutter, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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