Lokalanästhetische Nervenblockaden bei Menschen mit Hüftfrakturen

Hintergrund Bei einer peripheren Nervenblockade wird ein Lokalanästhetikum in der Nähe der Nerven injiziert, um die Schmerzübertragung zum Gehirn vorübergehend zu blockieren. Dieser Review untersucht die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien, die die Anwendung von peripheren Nervenblockaden zum Schmerzmanagement bei Menschen mit einer Hüftfraktur beurteilten.

Datum der Suche Es handelt sich hierbei um eine Aktualisierung eines bereits veröffentlichten Reviews. Wir aktualisierten die Suche im August 2016.

Studienmerkmale: Wir schlossen 31 Studien ein (1760 erwachsene Teilnehmer: 897 randomisiert mit peripheren Nervenblockaden gegenüber 863 mit keiner regionalen Blockade), durchgeführt in verschiedenen Ländern und veröffentlicht zwischen 1980 und 2016.

Finanzierungsquellen der Studien Die Studien wurden finanziert durch gemeinnützige Institutionen (n = 3), durch eine staatliche Organisation (n = 1) oder durch Abteilungsressourcen (n = 5); für die restlichen Studien fanden sich keine Angaben über die Quelle der Finanzierung.

Hauptergebnisse: Verglichen mit anderen Anästhesiemethoden zur Schmerztherapie verminderten die bei einer Hüftfraktur eingesetzten peripheren Nervenblockaden die bewegungsabhängigen Schmerzen innerhalb von 30 Minuten (entsprechend einem Unterschied zwischen beiden schmerzstillenden Methoden von -3.4 auf einer von 0 bis 10 reichenden Skala). Das Risiko einer Lungenentzündung (Pneumonie) wird ebenfalls verringert, wenn eine periphere Nervenblockade zur Schmerzlinderung bei einer Hüftfraktur angewendet wird. Von 7 Menschen, die eine Hüftfraktur erleiden, wird eine weniger an Pneumonie erkranken. In den Studien werden keine schwereren Komplikationen im Zusammenhang mit einer peripheren Nervenblockade beschrieben. Sie berichteten über eine verkürzte Zeitspanne bis zur ersten Mobilisation nach der Operation der Hüftfraktur (circa 11 Stunden früher). Angesichts der kleinen Teilnehmerzahl konnten wir nicht beurteilen, ob bei der regionalen Nervenblockade Unterschiede bezüglich akuter Verwirrungszustände, Myokardischämie und Tod innerhalb von sechs Monaten nach dem Eingriff vorliegen. Periphere Nervenblockaden, verabreicht in einer einzigen Dosis, führten zu einer Verminderung der Kosten für schmerzstillende Medikamente.

Qualität der Evidenz Wir erachten die Qualität der Evidenz als hoch bezüglich Schmerzreduktion bei Bewegung innerhalb 30 Minuten und als moderat bezüglich Lungenentzündung , Zeit bis zur erstmaligen Mobilisierung und Kosten für schmerzlindernde Medikamente. Wir brauchen mehr Informationen, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen ziehen können, was die Wirkung der peripheren Nervenblockaden auf das Risiko für akute Verwirrungszustände, Myokardischämie und Sterblichkeit anbelangt.

Übersetzung: 

L. Konrad, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

Tools
Information
Share/Save

Cochrane Kompakt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich. Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern. Eine Übersicht finden Sie hier.