Partieller oder vollständiger Ersatz des Hüftgelenk verglichen mit Fixierung des Bruchs bei Brüchen außerhalb des Hüftgelenks

Ungefähr die Hälfte aller Schenkelhalsbrüche liegen außerhalb der Gelenkkapsel (sog. extrakapsuläre proximale Schenkelhalsfraktur). Meistens werden sie durch Metallimplantate (Schrauben, Nägel, Platten) im oder auf dem Oberschenkelknochen fixiert oder stabilisiert. Manchmal halten diese Implantate nicht, besonders bei instabilen Brüchen. Eine andere Möglichkeit ist, das Hüftgelenk ganz oder teilweise durch eine geformte Metallprothese oder eine kombinierte Metall-Plastik-Prothese zu ersetzen (sog. Arthroplastik).

Es wurden zwei randomisierten kontrollierte Studien eingeschlossen, die Arthroplastik mit interner Fixierung bei insgesamt 148 (vorwiegend weiblichen und älteren) Teilnehmern verglichen. Beide Studien wiesen methodische Fehler auf, die die Validität der Ergebnisse beeinflussen könnten. Außerdem gab es keine Evidenz für die Langzeitwirkung. Eine der Studien stellte eine längere Operationsdauer bei Arthoplastik fest und beide Studien zeigten auf, dass der Bedarf an Bluttransfusionen bei Arthroplastik höher war. Wenn Daten aus den beiden Studien kombiniert wurden, wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen beiden Eingriffen gefunden bezüglich nochmaliger Operationen, Wundheilungsstörungen oder der Sterblichkeit im ersten Jahr. Keine der beiden Studien stellte einen signifikanten Unterschied in der langfristigen Funktionsfähigkeit fest.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Evidenz aufgrund der beiden kleinen Studien nicht ausreicht, um zu entscheiden, welche dieser beiden Vorgehensweisen bei Schenkelhalsbrüchen außerhalb der Hüftgelenkskapsel besser geeignet ist.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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