Interventionen zur Behandlung von chronischer Prostatitis und chronischen Beckenschmerzen bei Männern

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Fragestellung

Welche Wirkungen erzielen nicht-medikamentöse Therapien bei Männern mit lang anhaltenden Schmerzen und Beschwerden im Prostata- und Beckenbereich, der sogenannten chronischen Prostatitis (CP) bzw. dem sogenannten chronischen Beckenschmerzsyndrom (CPPS)?

Hintergrund

CP/ CPPS ist eine bei Männern häufig auftretende Krankheit, die während des Wasserlassens zu Schmerzen und/oder Beschwerden im Beckenbereich führt. Die Ursache dafür ist unbekannt, und es gibt viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für diese Erkrankung.

Studienmerkmale

Die Evidenz ist auf dem Stand von August 2017. Wir identifizierten 38 Studien, die zwischen 1993 und 2016 mit insgesamt 3187 Teilnehmern durchgeführt wurden. Dabei wurden 23 Vergleiche zwischen verschiedenen Behandlungen bei Männern mit CP/CPPS angestellt. Die untersuchten Interventionen berücksichtigten für gewöhnlich medizinische Geräte, medizinische Beratung oder Formen von Physiotherapie. In vielen Fällen erhielten die Männer die Therapien ambulant. Die meisten Studien machten keine Angaben zu ihrer Finanzierung; drei Studien berichteten, dass sie von Herstellern medizinischer Geräte finanziert wurden.

Hauptergebnisse

Akupunktur: Wir fanden heraus, dass Akupunktur (eine alternative medizinische Methode, bei der dünne Nadeln an spezifischen Stellen in die Haut gestochen werden) in einer beträchtlichen Anzahl von Männern die Symptome verringert und Akupunktur wahrscheinlich nicht mit Nebenwirkungen assoziiert ist, wenn mit Schein-Akupunktur verglichen wird. Im Vergleich zur medizinischen Standardtherapie verringert Akupunktur wahrscheinlich die Symptome.

Zirkumzision (Beschneidung): Wir fanden heraus, dass Männer, deren Penisvorhaut beschnitten wurde, wahrscheinlich weniger Symptome (kleiner Effekt) und möglicherweise nicht mehr Nebenwirkungen haben als Männer, die eine Zirkumzision hinausschieben.

Elektromagnetischer Stuhl: Wir sind unsicher bzgl. der Wirkungen des elektromagnetischen Stuhls (ein Medizingerät, das das Becken magnetisch stimuliert) auf die Symptome der Männer; allerdings ist der Gebrauch möglicherweise nicht mit einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen assoziiert im Vergleich zur simulierten Behandlungen (in der die Wissenschaftler nur vorgaben, das Gerät zu bedienen).

Änderungen im Lebensstil: Wir sind unsicher ob Empfehlungen, den Lebensstil zu verändern die Symptome reduzieren, was aus einem Vergleich mit fortgeführtem Lebensstil hervorgeht. Wir haben keine Information hinsichtlich Nebenwirkungen.

Körperliche Aktivität: Wir fanden heraus, dass im Vergleich zu einer nicht- spezifischen Aktivität als Kontrollgruppe körperliche Aktivitätsprogramme die Symptome möglicherweise reduzieren (kleiner Effekt). Wir haben keine Information hinsichtlich Nebenwirkungen.

Prostatamassage: Wir sind unsicher, ob Prostatamassage im Vergleich zu keiner Massage die Symptome reduziert oder verstärkt. Wir fanden keine Information hinsichtlich Nebenwirkungen.

Extrakorporale Stoßwellentherapie: Wir fanden heraus, dass die extrakorporale Stoßwellentherapie (bei der Stoßwellen durch die Haut zu der Prostata gesendet werden) die Symptome im Vergleich zu einem simulierten Verfahren beträchtlich verringert. Diese Ergebnisse werden bei fortgesetzter Behandlung möglicherweise nicht andauern. Diese Behandlung ist möglicherweise nicht mit Nebenwirkungen assoziiert.

Transrektale Thermotherapie im Vergleich zur medizinischen Therapie: Wir fanden heraus, dass transrektale Thermotherapie (die Hitze im Bereich der Prostata und des Beckenmuskels verwendet) allein oder in Kombination mit medizinischer Therapie die Symptome im Vergleich zur alleinigen medizinischen Therapie möglicherweise leicht verringert. Eine der eingeschlossenen Studien berichtete, dass Teilnehmer vorübergehende Nebenwirkungen erleben können.

Es gibt Unsicherheit über die Wirkungen anderer Interventionen.

Qualität der Evidenz

Die Qualität der Evidenz war in den meisten Fällen niedrig, d.h. es gibt hinsichtlich der Ergebnisse viel Unsicherheit. Die eingeschlossenen Studien waren nicht gut geplant, hatten wenige Teilnehmer und eine kurze Nachbeobachtungsdauer (gewöhnlich 12 Wochen).

Übersetzung: 

C. Wetzel, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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