Kombination verschiedener Arten von Tests zur nicht-invasive Diagnose von Endometriose

Fragestellung

Kann eine beliebige Kombination von nicht-invasiven Tests genau genug sein, um die Notwendigkeit einer Operation zur Diagnose der Endometriose zu reduzieren oder sie zu ersetzen?

Hintergrund

Bei Frauen mit Endometriose wächst Endometriumgewebe (das Gewebe, das die Gebärmutter auskleidet und während der Menstruation abgestoßen wird) außerhalb der Gebärmutter in der Beckenhöhle. Dieses Gewebe reagiert auf Fortpflanzungshormone, was zu Regelschmerzen, chronischen Unterbauchschmerzen und Schwierigkeiten bei der Empfängnis führt. Derzeit kann Endometriose zuverlässig nur durch einen minimalinvasiven Eingriff („Schlüssellochchirurgie“) diagnostiziert werden, bei dem die Endometrioseherde im Bauchraum sichtbar gemacht werden. Da eine Operation immer mit Risiken verbunden und teuer ist, hat man die Kombination von bildgebenden Verfahren auf ihr Potential untersucht, Endometriose auf nicht-invasive Art zu erkennen. Ein genauer Test könnte die Diagnose von Endometriose ohne die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs ermöglichen oder die Notwendigkeit eines solchen Eingriffs derart verringern, dass er nur bei Frauen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für Endometriose nötig wäre.

Studienmerkmale

Die Evidenz in diesem Review ist auf dem Stand von April 2015. Wir schlossen 11 Studien über Kombinationen von mehreren Testverfahren ein, die 1339 Teilnehmer untersuchten. Alle Studien wurden an Frauen im gebärfähigen Alter durchgeführt, die sich einem diagnostischen Eingriff unterzogen, entweder um Endometriose-Symptome abzuklären oder aufgrund anderer Indikationen. Fünfzehn Kombinationen verschiedener Blut, Endometrium und Urin-Biomarker wurden untersucht, unter Verwendung von Ultraschall, klinischer Anamnese und Untersuchungen. Jede Kombination der Tests wurde in kleinen einzelnen Studien untersucht.

Hauptergebnisse und Qualität der Evidenz

Mehrere Studien mit kombinierten Testverfahren, die möglicherweise zu der Diagnose einer Endometriose verwendet werden können, wurden identifiziert. Dennoch gibt es zu wenige Berichte, um ihren diagnostischen Nutzen sicher zu belegen.

Die Berichte waren von niedriger methodischer Qualität, weshalb die Ergebnisse nicht als zuverlässig angesehen werden können. Deswegen sollten sie in großen, hochwertigen Studien bestätigt werden. Insgesamt ist nicht genügend Evidenz bezüglich kombinierter nicht-invasiver Tests für die Diagnose von Endometriose in der klinischen Praxis vorhanden, die gegenüber dem aktuellen "Goldstandard", der diagnostischen Laparoskopie, Vorteile aufweist.

Zukünftige Forschungsarbeiten

Mehr hochwertige Studien werden benötigt, um das diagnostische Potential jeder Art von nicht-invasiver Tests oder deren Kombinationen genauer zu bewerten. Nur wenige der gefundenen Studien eigneten sich für die Erkennung von Endometriose.

Übersetzung: 

R. Binder, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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