Kleidung und Ausrüstung für Gesundheitspersonal zur Vorbeugung von Ebola und anderen hochansteckenden Erkrankungen

Für Gesundheitspersonal besteht ein deutlich höheres Risiko für Infektionen wie die Ebola-Viruskrankheit oder SARS als für die Allgemeinheit. Eine Möglichkeit, Infektionen zu verhindern, besteht im Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung wie Schutzkleidung, Handschuhen, Masken und Schutzbrillen zur Vermeidung einer Kontaminierung des Arbeitnehmers. Es ist nicht eindeutig belegt, welche Art von Ausrüstung am besten schützt und wie sie nach dem Gebrauch am besten abgelegt werden sollte. Ebenfalls ist unklar, wie man Arbeitnehmer am besten schult, die Gebrauchsanleitung für diese Ausrüstung einzuhalten.

Berücksichtigte Studien

Wir fanden sechs Studien mit 295 Teilnehmern, in denen die Schutzkleidung von Arbeitnehmern mit einem fluoreszierenden Marker oder einem harmlosen Virus besprüht wurde, um die Abläufe in Krankenhäusern zu simulieren. In vier dieser Studien wurden verschiedene Arten von Schutzkleidung verglichen. Zwei Studien verglichen unterschiedliche Methoden, die Kleidung an- und abzulegen. Drei Studien mit 905 Teilnehmern verglichen die Wirkung aktiver Schulungen im Gebrauch von Schutzausrüstung mit passiven Schulungen. Für alle Studien bestand ein hohes Risiko für Bias (systematische Fehler).

Verschiedene Arten von Schutzkleidung im Vergleich

Trotz der Schutzkleidung wurde der Marker bei 25 bis 100 % der Arbeitnehmer auf der Haut gefunden. In einer Studie führte atmungsaktivere Kleidung nicht zu mehr Kontaminierung als nicht atmungsaktive Kleidung, aber die Anwender waren zufriedener. In einer anderen Studie kam es mit Kitteln zu einer geringeren Kontaminierung als mit Schürzen. Zwei Studien lieferten keine ausreichenden Daten für Schlussfolgerungen. Diese Evidenz war von sehr niedriger Qualität.

Verschiedene Arten des Ablegens von Kleidung im Vergleich

In einer Studie führten zwei Paar Handschuhe zu weniger Kontaminierung als nur ein Paar. Die äußeren Handschuhe wurden sofort nach Beendigung der Aufgabe abgelegt. In einer anderen Studie führte das Einhalten der Richtlinien der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zum Ablegen von Schürzen oder Kitteln zu weniger Kontaminierung. Diese Evidenz war ebenfalls von sehr niedriger Qualität.

Aktive Schulung

Aktive Schulungen, einschließlich Computersimulationen und gesprochene Anweisungen, führten im Vergleich mit passiven Schulungen unter dem Gesundheitspersonal zu weniger Fehlern beim Befolgen der Richtlinien, welche Schutzausrüstung einzusetzen und wie sie abzulegen ist.

Qualität der Evidenz

Wir beurteilten die Qualität der Evidenz als sehr niedrig aufgrund von Einschränkungen in den Studien, Indirektheit und der geringen Anzahl an Teilnehmern.

Offene Fragen

Es gab keine Studien zu den Wirkungen von Schutzbrillen, Gesichtsschutzmasken, langen Handschuhen oder Klebeband auf das Kontaminierungsrisiko. Wir brauchen Simulationsstudien mit mehreren Dutzend Teilnehmern, die vorzugsweise einem harmlosen Virus ausgesetzt werden, um herauszufinden, welche Art und Kombination von Schutzausrüstung am besten schützen. Auch die beste Methode des Ablegens von Schutzkleidung nach dem Gebrauch ist unklar. Wir brauchen Studien, die Arbeitnehmer nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Arten von Schulungen zuweisen, um herauszufinden, welche Schulung die besten Ergebnisse bringt. Die Schutzausrüstung von Gesundheitspersonal, das hochansteckenden Erkrankungen ausgesetzt ist, sollte registriert werden und aufgrund des Infektionsrisikos sollte eine Nachbeobachtung stattfinden. Wir fordern WHO und NGOs dringend auf, mehr Studien zu organisieren.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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