Schulungsmaßnahmen für Angehörige der Gesundheitsberufe zur Vorbeugung von Dekubitus

Hintergrund

Dekubitus, auch Wundliegen oder Druckgeschwür genannt, betrifft häufig Personen, die Schwierigkeiten beim Gehen haben und über lange Zeiträume sitzen oder liegen. Ein Dekubitus kann von verfärbten, schmerzhaften Hautstellen bis hin zu offenen Wunden, die lange Zeit zum Heilen brauchen, reichen. Dekubiti neigen zu Infektionen und haben einen großen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden der Betroffenen. Um die Entstehung dieser Geschwüre bei gefährdeten Personen zu stoppen, muss das Personal gut darüber informiert sein, wie diese vermieden werden können. Es ist wichtig zu verstehen, welche Art von Informationen die in Gesundheitsberufen Tätigen benötigen, wie diese am besten vermittelt werden könnten und ob Schulungsmaßnahmen Druckgeschwüre vermeiden können.

Fragestellung

Wir überprüften die Evidenz zur Wirkung von Schulungsmaßnahmen zur Vorbeugung von Dekubitus für Angehörige der Gesundheitsberufe. Es wurden alle Arten von Schulungsmaßnahmen untersucht, unabhängig davon, wie sie durchgeführt wurden, sofern der Fokus auf der Vorbeugung von Dekubitus lag. Unter Angehörigen im Gesundheitswesen sind Mitarbeiter sämtlicher Berufsgruppen zu verstehen, die sich mit der Vorbeugung von Dekubitus beschäftigen. Settings, in denen Dekubituspflege durchgeführt wurde, schlossen stationäre und ambulante Krankenhausabteilungen, Gesundheitszentren, das häusliche Umfeld sowie Wohn- und Pflegeheime ein.

Unsere Ergebnisse

Im Juni 2017 suchten wir nach Studien, die Schulungsmaßnahmen für Angehörige der Gesundheitsberufe evaluierten, wobei wir fünf relevante Studien gefunden haben. Zwei Studien untersuchten die Auswirkung von Schulungsmaßnahmen zur Vorbeugung von Dekubitus. Es ist unklar, ob Schulungsmaßnahmen für Angehörige der Gesundheitsberufe zu einer Reduktion der neu entstandenen Dekubiti führen. Dies liegt daran, dass die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz in den Studien sehr niedrig war.

Drei Studien untersuchten die Auswirkung von Schulungsmaßnahmen auf Kenntnisse der Mitarbeiter zur Dekubitusvorbeugung. Die Studien verglichen: Schulungsmaßnahmen im Vergleich zu keiner Schulung, Komponenten von Schulungsmaßnahmen in verschiedenen Kombinationen sowie verschiedene Formate von Schulungsmaßnahmen. Wir sind unsicher, ob Schulungsmaßnahmen zu einem Unterschied im Wissen der Mitarbeiter über Dekubitusvorbeugung oder zu einer Reduktion von neu entstandenen Dekubiti führen. Dies liegt daran, dass die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz in den Studien sehr niedrig war. Keine Studie untersuchte den Einfluss von Schulungsmaßnahmen auf die durch Fachpersonen im Gesundheitswesen durchgeführte Behandlung. Lediglich eine Studie untersuchte die sekundären Endpunkte von Interesse: den Schweregrad des Dekubitus, die Meinung der Patienten zu ihrer Lebensqualität und die Sichtweise der Pflegepersonen im Hinblick auf die Fähigkeit der Patienten, alltägliche Aufgaben eigenständig zu bewältigen. Diese Studie lieferte jedoch nicht ausreichend Informationen, um diese Endpunkte unabhängig beurteilen zu können.

Wir untersuchten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz mittels des GRADE-Ansatzes und kamen zum Schluss, dass die gesamte Evidenz eine sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit hat. Deshalb konnte nicht beurteilt werden, inwieweit Schulungsmaßnahmen Dekubitus vorbeugen können. Es konnte auch nicht beurteilt werden, ob Schulungsmaßnahmen einen Einfluss auf das Wissen von Angehörigen der Gesundheitsberufe bezüglich der Vorbeugung von Dekubitus haben.

Die Evidenz dieses Reviews ist auf dem Stand vom 12. Juni 2017.

Übersetzung: 

D. Schoberer, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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