Peritonealdialyse bei akutem Nierenversagen

Worum geht es?

Beim akuten Nierenversagen (ANV) handelt es sich um einen plötzlichen und in der Regel umkehrbaren Rückgang der glomerulären Filtrationsrate. Bisher konnte für Patienten mit ANV bei keiner bestimmten Form von Nierenersatztherapie (einer Behandlung, die auf den Ersatz der normalen Blutfilterfunktion der Niere abzielt) eindeutig eine Überlegenheit nachgewiesen werden. Die Wahl der Nierenersatztherapie hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter der Verfügbarkeit der Behandlung, der Fachkompetenz des behandelnden Arztes, der hämodynamischen Stabilität usw.

Was haben wir getan?

In diesem Review sollten Nutzen und Schaden der Peritonealdialyse (PD) für Patienten mit ANV im Vergleich zur extrakorporalen Therapie (z. B. Hämodialyse) oder anderen Arten der PD bewertet werden. Die Recherche erfolgte im Cochrane Kidney and Transplant Register of Studies.

Was fanden wir heraus?

Sechs randomisierte kontrollierte Studien (mit 484 Patienten) erfüllten unsere Einschlusskriterien. In fünf Studien wurde die Hochvolumen-Peritonealdialyse mit täglicher Hämodialyse, erweiterter täglicher Hämodialyse oder kontinuierlicher Nierenersatztherapie verglichen. In einer Studie wurden PD-Therapien mit unterschiedlicher Intensität bei ANV-Patienten verglichen. Im Vergleich zur extrakorporalen Therapie bestand bei der PD wahrscheinlich nur ein geringer oder gar kein Unterschied in Hinblick auf Todesfälle gleich welcher Ursache bzw. auf eine Wiederherstellung der Nierenfunktion. Der Flüssigkeitsentzug war bei der PD im Vergleich zur extrakorporalen Therapie wahrscheinlich leicht reduziert, der Unterschied in Hinblick auf infektiöse Komplikationen war gering oder gar nicht vorhanden. Es ist unklar, ob PD im Vergleich zur extrakorporalen Therapie Wirkungen auf die wöchentliche Dialyseeffektivität (Kt/V), die Korrektur der Übersäuerung oder die Dauer der Dialyse hat.

In einer Studie (mit 61 Teilnehmern) wurde im Vergleich zwischen PD-Therapien mit niedriger oder, hoher Intensität nur ein geringer oder gar kein Unterschied in Hinblick auf Todesfälle gleich welcher Ursache, Wiederherstellung der Nierenfunktion oder Infektionen berichtet. Die wöchentliche Dialyseeffektivität (Kt/V) und der Flüssigkeitsentzug fielen bei der PD mit niedriger Intensität im Vergleich zur hochintensiven PD geringer aus.

Schlussfolgerungen

Zurzeit liegt keine ausreichende Evidenz vor, um zu bestimmen, ob es in Hinblick auf Todesfälle gleich welcher Ursache bzw. auf Wiederherstellung der Nierenfunktion zwischen PD, extrakorporaler Therapie oder unterschiedlich intensiver PD-Therapie signifikante Unterschiede gibt.

Datensammlung und -analyse: 


Übersetzung: 

K. Jones, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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