Psychologische (aus der Distanz durchgeführte) Therapien für die Behandlung von chronischen und wiederkehrenden Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

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Hintergrund

Kinder und Jugendliche mit chronischen Schmerzen berichten oftmals von Schmerzen, die zu stark (intensiv) und zu oft (häufig) auftreten. Die Schmerzen können ihre körperlichen Fähigkeiten beeinflussen und sie ängstlich und depressiv stimmen. Die häufigsten Formen von chronischem Schmerz bei Kindern und Jugendlichen sind Kopfschmerzen und wiederkehrende Bauchschmerzen. Ein Therapeut führt gewöhnlich in Zusammenarbeit mit einem Patienten oder einer Familie psychologische Therapien durch, wie z.B. kognitive Verhaltenstherapie oder Verhaltenstherapie. Diese Therapieformen können Komponenten wie Entspannungstechniken, Bewältigungsstrategien, und Verhaltensstrategien enthalten, deren Wirksamkeit in der Reduktion von Schmerzen und Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit bei Kindern bereits bestätigt worden ist. Jedoch gibt es neuere Technologien, welche es ermöglichen eine Therapie ohne die persönliche Anwesenheit des Therapeuten durchzuführen. Therapien, die aus der Ferne durchgeführt werden, machen es möglich, dass Behandlungen einfacher zugänglich werden, da sie den Mobilitätszwang beseitigen. Solche Therapien könnten womöglich sogar billiger sein. Mit Technologien meinen wir das Internet, computerbasierte Programme, Smartphone Anwendungen und das Telefon.

Reviewfragen

Können psychologische Therapien, welche mittels Technologie aus der Distanz durchgeführt werden, Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen helfen weniger Schmerzen zu haben, ihre körperliche Funktionsfähigkeit zu verbessern und ihre Depressions- und Angstsymptome zu verringern? Sind jegliche Verbesserungen größer als jene von Kindern die noch auf ihre Behandlung warten (Kontrollgruppe auf der Warteliste) oder die in anderer Weise behandelt werden (aktive Kontrollgruppe)?

Studiencharakteristiken

Unsere Suche lief bis Juni 2014. Wie konnten acht Studien an insgesamt 371 Kindern und Jugendlichen finden. Fünf Studien behandelten Kinder mit Kopfschmerzen, eine Studie behandelte Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis (entzündliche Gelenkserkrankung unbekannter Ursache), und zwei Studien beinhalteten gemischte Gruppen an Kindern, mit welchen die Kopfschmerzen hatten und solchen, die an anderen chronischen Schmerzen litten. Das durchschnittliche Alter der Kinder, die eine Behandlung erhielten, lag bei 12,6 Jahren. Vier Studien führten die Therapie über das Internet durch, zwei Studien nutzten CD-ROMs, eine Studie verwendete Tonbänder, und eine Studie benutzte zur Therapiedurchführung das Telefon. Alle durchgeführten Therapieformen waren entweder kognitive Verhaltenstherapien oder Verhaltenstherapien. Sechs Endpunkte waren für uns von Relevanz; Schmerzen, körperliche Funktionsfähigkeit, Depression, Angst, unerwünschte Ereignisse, und Zufriedenheit mit der Behandlung.

Hauptergebnisse

Wir teilten die schmerzhaften Krankheitsbilder in zwei Gruppen auf und analysierten diese separat. Die erste Gruppe umfasste Kinder mit Kopfschmerzen. Die zweite Gruppe beinhaltete Kinder mit anderen schmerzhaften Erkrankungen (z.B. wiederkehrende Bauchschmerzen, muskuloskeletale Schmerzen), bekannt als "gemischte Schmerzen" (=Mischform aus Rezeptor- und Nervenschmerzen). Psychologische Therapien, welche aus der Ferne durchgeführt wurden (hauptsächlich über das Internet) erwiesen sich als wirksam in der Verminderung von Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen und gemischten Schmerzen unmittelbar nach Ende der Behandlung. Wir konnten jedoch keine Wirkung der Behandlung auf die körperliche Funktionsfähigkeit bei Teilnehmern mit Kopfschmerzen und gemischten Schmerzen nach Behandlungsende finden. Die Therapien hatten ebenfalls keine Wirkung auf Depression bei Teilnehmern mit Kopfschmerzen nach Behandlungsende. Die Zufriedenheit wurde in den Studien qualitativ beschrieben und war generell positiv. Jedoch konnten wir diesen Endpunkt nicht mit konkreten Zahlen erfassen. Für alle anderen Endpunkte gab es keinen Daten, die für eine Analyse zur Verfügung gestanden hätten. Unerwünschte Ereignisse wurden in keiner der eingeschlossenen Studien beschrieben.

Zurzeit gibt es nur wenige Studien, die diese Behandlungsform untersuchen. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse ist Vorsicht geboten, da diese auf einer geringen Anzahl an Studien mit nur wenigen Kindern basieren. Jedoch ist dies ein wachsender Bereich und weitere Studien, welche kognitive Verhaltenstherapie oder andere psychologische Therapieformen verwenden, sind nötig, um die Wirksamkeit von aus der Distanz durchgeführten Therapien zu bestimmen.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz.

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