Opioide zur Behandlung von Atemnot am Lebensende

Hintergrund

Personen mit Lungenkrankheit können unter Atemnot leiden. Die Erstbehandlung sollte sich auf die der Atemnot zugrunde liegenden Ursachen beziehen. Mit Fortschreiten der Krankheit kann es jedoch besser sein, gezielt die Symptome zu behandeln. Ebenso wie gängige Therapiemethoden können auch Opioide (z.B. Morphin, entweder oral eingenommen, inhalativ über Vernebler verabreicht oder injiziert) diese Symptome lindern. Allerdings bringen Opioide Nebenwirkungen wie Benommenheit, Darmträgheit, Übelkeit und Erbrechen mit sich.

Fragestellung

Es war unser Ziel herauszufinden, ob Opioid-haltige Medikamente Atemnot bei Menschen mit Lungenerkrankungen lindern. Wir berücksichtigten auch, ob Opioide deren körperliche Leistungsfähigkeit verbesserten und welche Nebenwirkungen die betroffenen Personen aufwiesen. Darüber hinaus wollten wir herausfinden, ob Opioid-haltige Medikamente die Lebensqualität verbesserten.

Studienmerkmale

Wir suchten nach Studien bis zum 19. Oktober 2015 und konnten 26 Studien zu 526 Personen in den Review einschließen. Diese Menschen litten aufgrund von verschiedenen Lungenerkrankungen unter Atemnot. Einigen wurden Opioid-haltige Medikamente verabreicht, einige bekamen andere Arzneimittel oder ein Placebo. Die Studien verglichen die Berichterstattung zur Atemnot, um mögliche Unterschiede festzustellen. Einige Studien untersuchten auch, wie lange die Studienteilnehmer körperliche Übungen machen konnten, um mögliche Unterschiede festzuhalten. Einige der Personen lebten zu Hause, andere hielten sich im Krankenhaus auf.

Hauptergebnisse

Es gab Evidenz von niedriger Qualität dafür, dass der Einsatz oraler oder injizierbarer Opioid-haltiger Medikamente zur Behandlung von Atemnotsymptomen hilfreich ist. Für über einen Vernebler inhalierte Opioide gab es keine Evidenz. Einige Personen litten unter Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen. Weitere Forschung, die mehr Studienteilnehmer einschließt und die die Auswirkungen der Behandlung auf die Lebensqualität berücksichtigt ist erforderlich.

Qualität der Evidenz

Wir stuften die Qualität der Evidenz nach folgenden Graden ein: sehr niedrig, niedrig, moderat oder hoch. Evidenz von sehr niedriger Qualität bedeutet, dass wir uns der Ergebnisse nicht sicher sind. Hohe Qualität der Evidenz bedeutet, das wir von der Zuverlässigkeit der Ergebnisse überzeugt sind. Die Qualität der Evidenz für diesen Cochrane Review stuften wir als niedrig bis sehr niedrig ein. Wir schlossen randomisierte kontrollierte Blindstudien mit ein, was bedeutet, dass die Teilnehmenden und auch die Personen, die die Ergebnisse auswerteten, nicht wussten, ob ein Teilnehmer ein Opioid oder ein Placebo erhielt. Allerdings war der Umfang der Studien klein, und einige Studien lieferten nicht ausreichend Informationen, um deren Qualität beurteilen zu können.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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