Glycerinbasierte Abführmittel zur Prävention oder Behandlung von Ernährungsintoleranz bei Kleinkindern mit sehr geringem Geburtsgewicht

Fragestellung: Sind glycerinbasierte Abführmittel (Einläufe/Zäpfchen) sicher und wirksam für die Prävention oder Behandlung von Ernährungsintoleranzen bei Kindern mit sehr geringem Geburtsgewicht?

Hintergrund: Frühgeborene haben ein höheres Risiko für eine Ernährungsintoleranz. Faktoren, die eine Ernährungsintoleranz fördern, sind zahlreich und umfassen eine unreife Beweglichkeit des Darms und eine erhöhte Viskosität des Mekoniums. Eine Verbesserung des Durchgangs des ersten Stuhlgangs (Mekonium) könnte die Fähigkeit von Frühgeborenen fördern, Nahrung zu tolerieren und könnte dabei helfen, die Dauer der intravenösen Flüssigkeitsgabe zu verkürzen.

Studienmerkmale: Unser Review identifizierte drei Studien, die die Anwendung von glycerinbasierten Zäpfchen zur Prävention von Ernährungsintoleranzen bei Frühgeborenen untersuchten.

Schlüsselergebnisse: Wir fanden, dass ein glycerinbasierter Einlauf, der den Frühgeborenen prophylaktisch gegeben wird, weder die Zeit bis zur Vollernährung, noch die Zeit zur Entlassung aus dem Krankenhaus verkürzen konnte. Jedoch waren die verfügbaren Daten zu begrenzt, als das sie eine starke Schlussfolgerung erlauben würden.

Schlussfolgerung: Unser Review der verfügbaren Evidenz zu glycerinbasierten Abführmitteln kann die routinemäßige prophylaktische Verwendung von glycerinbasierten Abführmitteln im klinischen Alltag nicht unterstützen. Zusätzliche Studien sind nötig, um die Wirksamkeit und Sicherheit von glycerinbasierten Abführmitteln in der Prävention oder Behandlung von Intoleranzen von Säuglingen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht zu bestätigen oder zu widerlegen.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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