Zusätzliche Einnahme von Vitamin K zur Verbesserung der Antikoagulationsstabilität (gleichmäßige Hemmung der Blutgerinnung) bei Patienten, die Warfarin nehmen müssen oder bereits einnehmen

Menschen mit unregelmäßiger Herzaktivität, mechanischen Herzklappen und Gerinnungsstörungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Blutgerinnsel zu entwickeln, die zu Schlaganfall oder Tod führen können. Die Einnahme von Warfarin reduziert dieses Risiko erheblich. Allerdings kann die Einnahme von zu viel Warfarin zu übermäßigen Blutungen führen, während die Einnahme von zu wenig seinen Nutzen beeinträchtigt. Um dies zu überwachen, müssen Patienten, die Warfarin einnehmen, regelmäßig Bluttests durchführen, um zu überprüfen, ob ihre Dosis an Warfarin stabil genug ist, um das richtige Gleichgewicht zu finden. Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Zugabe einer geringen Dosis Vitamin K zu Warfarin dieses Gleichgewicht verbessert. In diesem Review, beurteilten wir in erster Linie, ob die Zugabe von niedrig dosiertem Vitamin K zu Warfarin einen Einfluss auf die Standardisierung des Quick-Wertes (Mass für die Blutgerinnungszeit - engl. International Normalized Ratio (INR)), den Mittelwert innerhalb des therapeutischen Bereichs oder unerwünschte Ereignisse wie thromboembolische Ereignisse, Blutungen oder Mortalität hatte. Wir fanden zwei Studien, die unsere Einschlusskriterien erfüllten. Keine der beiden Studien berichtete über die Zeit, die bis zur Erreichung des normalen INR Bereichs benötigt wurde. Eine Studie lag nur in einem gekürzten Format vor, so dass wir die Ergebnisse nicht vollständig interpretieren konnten. Dennoch wurde angenommen, dass die Zugabe von Vitamin K keinen Nutzen hatte. In einer zweiten Studie, die sechs Monate dauerte, wurde den Teilnehmenden, die Warfarin einnahmen, entweder eine kleine Dosis Vitamin K (150µg täglich) oder Placebo verabreicht. Diese Studie berichtete über die durchschnittliche Zeit im therapeutischen Bereich in Prozent und fand heraus, dass in der Gruppe der Teilnehmenden, die eine schlechte Blutgerinnungszeit hatte, die Zugabe von 150 µg oralem Vitamin K die Antikoagulationskontrolle erheblich verbesserte. Die Studie war jedoch relativ klein. Keine der beiden Studien berichtete über unerwünschte Ereignisse wie Thromboembolien, Blutungen oder Tod. Wir kommen zu dem Schluss, dass weitere größere und qualitativ hochwertigere Studien erforderlich sind, um festzustellen, ob die Zugabe von Vitamin K zu Warfarin für Patienten, die mit Warfarin beginnen oder bereits mit Warfarin behandelt werden, die Antikoagulationskontrolle verbessert.

Übersetzung: 

A. Borchard, freigegeben durch Cochrane Schweiz. Unterstützt von Fondation SANA.

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