Optimierung der Medikation durch Pflegende bei Herzinsuffizienz

Fragestellung

Beurteilung der Wirksamkeit der Anpassung von Medikamenten (Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker) durch Pflegende bei Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in Bezug auf Sicherheit und Patientenendpunkte.

Hintergrund

Herzinsuffizienz führt häufig zu Krankenhauseinweisungen und ist verbunden mit einer hohen Sterberate. Große klinische Studien haben gezeigt, dass bestimmte Medikamente (Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker) diese Endpunkte verbessern. Außerdem besteht eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: je höher die Dosis dieser Medikamente, desto besser sind die Ergebnisse. Allerdings zögern Hausärzte oft, die Dosierung zu erhöhen (zu „titrieren“). Hierzu braucht es neue Ansätze. Die Optimierung dieser Medikationen kann von speziell ausgebildeten Pflegenden unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Studienmerkmale

Wir erstellten einen Review von sieben randomisiert-kontrollierten Studien (1684 Teilnehmer), die die Anpassung von Beta-Blockern, ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern durch Pflegende im Vergleich zur Anpassung durch Hausärzte untersuchten. Die Studien glichen sich in Bezug auf die demografischen Merkmale der Teilnehmer. In vier Studien war die Anzahl von Männern und Frauen ausgeglichen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag zwischen 59 und 81 Jahren. Die Evidenz ist auf dem Stand von Dezember 2014.

Hauptergebnisse

Dieser Review zeigte, dass Teilnehmer, bei denen Pflegende die Medikation anpassten, eine geringere Wahrscheinlichkeit hatten in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden oder zu sterben. Außerdem erreichten mehr Teilnehmer die maximale Medikamentendosis im Vergleich zu Teilnehmern, bei denen die Medikation durch den Hausarzt angepasst wurde. Ungefähr 27 Todesfälle konnten pro 1000 Patienten vermieden werden, bei denen die Anpassung der Medikation durch Pflegende unter ärztlicher Aufsicht oder spezialisierte Pflegende durchgeführt wurde. Es gab sehr wenige Daten zur Anpassung von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern. Zwei Studien berichteten über unerwünschte Ereignisse. Eine dieser Studien gab an, dass es keine unerwünschten Ereignisse gab und die andere Studie berichtete ein unerwünschtes Ereignis, jedoch nicht dessen Art oder Schwere.

Zusammenfassend kann die Anpassung der Medikation durch Pflegende unter ärztlicher Aufsicht oder durch spezialisierte Pflegende die angemessene Steigerung der Medikamentendosis verbessern, was wiederum zu einer Verbesserung der Patientenergebnisse führen kann.

Qualität der Evidenz

Wir haben die Qualität der Evidenz hinsichtlich des Anteils der Teilnehmer, die die optimale Dosis der Medikamente erreichten, als niedrig eingeschätzt. Dies bedeutet, dass unsicher ist, ob sich die Anzahl der Teilnehmer, die eine optimale Dosis an Beta-Blockern erreichte, zwischen der Pflege-basierten Anpassung und der Standardversorgung durch Hausärzte unterschied. Wir fanden qualitativ hochwertige Evidenz dafür, dass eine Pflege-basierte Anpassung zu weniger Krankenhausaufenthalten jeglicher Ursache im Vergleich zur Standardversorgung führt. Dies zeigt, dass wir sicher sind, dass es aufgrund der Medikamentenanpassung durch Pflegende zur Verringerung von Krankenhausaufenthalten gekommen ist und dass es unwahrscheinlich ist, dass weitere Forschung diese Erkenntnis ändern wird.

Übersetzung: 

S. Köpke, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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