Reduktion weißer Blutkörperchen in Transfusionen von roten Blutkörperchen zur Vorbeugung von Nebenwirkungen

Hintergrund:
Eine Bluttransfusion bedeutet, dass das Blut von einer Person an eine andere Person gegeben wird. Bluttransfusionen werden verabreicht, um kurzfristig lebens- und gesundheitsbedrohliche medizinische Zustände zu lösen. Dennoch haben Bluttransfusionen Nebenwirkungen, von denen manche möglicherweise mit einer Reaktion des Immunsystems zusammenhängen oder aufgrund von Übertragungen von Infektionserregern auftreten (z.B. das Humane Immundefizienz-Virus). Leukozytendepletion ist ein Verfahren, in dem die weißen Blutkörperchen absichtlich aus dem gespendeten Blut entfernt werden, um das Risiko für unerwünschte Reaktionen bei den Spendenempfängern zu reduzieren. Der Nutzen der Entfernung von weißen Blutkörperchen mit dem Ziel bei verschiedensten Spendenempfängern infektiösen und nicht-infektiösen Komplikationen zu reduzieren, bleibt unklar. Die Entfernung weißer Blutkörperchen ist teuer. Die USA und das Vereinigte Königreich geben für dieses Verfahren jedes Jahr viele Millionen Dollar bzw. Pfund aus. In den USA kostet dieses Verfahren ungefähr $30 USD für jede Blutprodukteinheit. Möglicherweise zahlt es sich nicht aus, so viel Geld auszugeben, wenn durch dieses Verfahren kein eindeutiger Nutzen für die Patienten entsteht.

Klinische Fragestellung
Was sind Nutzen und Schäden einer Entfernung der weißen Blutkörperchen aus gespendetem Blut für Blutspendeempfänger?

Studienmerkmale
Wir durchsuchten medizinische Zeitschriften nach Berichten zu klinischen Studien, die die Wirkungen der Entfernung von weißen Blutkörperchen aus gespendetem Blut untersuchten. Wir wollten herausfinden, ob eine Entfernung von weißen Blutkörperchen aus gespendetem Blut zu weniger Komplikationen bei Empfängern einer Bluttransfusion führt, wie z.B. weniger transfusionsbezogene akute Lungenschädigungen, Tod, infektiöse und nicht-infektiöse Komplikationen oder weitere unerwünschte Ereignisse. Wir schlossen Personen jeglichen Alters oder Geschlechts ein, die aus unterschiedlichen Gründen eine Bluttransfusion erhielten. Die Evidenz basiert auf Studien, die bis zum 5. Dezember 2014 gefunden wurden.

Hauptergebnisse
Wir fanden 13 Studien, die Personen einschlossen, die eine Bluttransfusion während einer Herz- oder Krebsoperation erhielten oder weil sie verletzt waren oder Krebs, HIV oder eine Sepsis hatten.

Wir fanden keine eindeutige Evidenz, die entweder Nutzen oder Schäden der Entfernung von weißen Blutkörperchen aus gespendetem Blut zeigt. Für alle untersuchten Endpunkte (transfusionsbezogene akute Lungenschädigung, Gesamtsterblichkeit, Infektionen aufgrund jeglicher Ursache oder nicht-infektiöse Komplikationen oder andere unerwünschte Ereignisse), gab es keine Anzeichen von Nutzen oder Schaden.

Qualität der Evidenz
Die Gesamtqualität der Evidenz der eingeschlossenen Studien variiert von sehr niedrig bis niedrig. Keine der Studien umfasst genügend Personen, um eine definitive Aussage über die Zweckmäßigkeit einer Entfernung von weißen Blutkörperchen aus gespendetem Blut zu treffen. Neue Studien von hoher Qualität, die einige tausend Personen umfassen, sind nötig, um uns zu ermöglichen, den wahren Nutzen und Schaden dieses Verfahrens zu erkennen.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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