Welche Gesprächstherapien (Beratung) sind bei Drogenkonsumenten mit Alkoholproblemen wirksam?

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Reviewfrage

Wir wollten herausfinden, ob Gesprächstherapien einen Einfluss auf Alkoholprobleme bei erwachsenen Konsumenten illegaler Drogen (vor allem Opiaten und Aufputschmitteln) haben und ob eine bestimmte Therapieform wirksamer ist als eine andere.

Hintergrund

Problematischer Alkoholkonsum (d.h. Trinken über der empfohlenen maximalen Menge) kann zu ernsthaften Alkoholproblemen und Abhängigkeit führen. Übermäßiger Konsum bei Menschen, die zusätzlich Probleme mit anderen Drogen haben, ist verbreitet und macht diese Probleme häufig schlimmer und bringt ernstzunehmende Konsequenzen für die Gesundheit der betroffenen Person mit sich.

Psychosoziale Maßnahmen sind Gesprächstherapien, welche zum Ziel haben Alkoholprobleme zu identifizieren und Personen zu motivieren etwas dagegen zu tun. Sie können von ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden (zum Beispiel Ärzten, Pflegekräften, Beratern, Psychologen, etc.). Gesprächstherapien können Menschen dabei helfen weniger zu trinken, wobei jedoch deren Einfluss auf Menschen, die zusätzlich Probleme mit anderen Drogen haben, noch unbekannt ist.

Suchdatum: Die Evidenz ist auf dem Stand von Juni 2014.

Studienmerkmale

Wir fanden vier Studien, die 594 Menschen mit Drogenproblemen untersuchten. Eine Studie konzentrierte sich auf die Art wie Menschen denken und handeln und verglich dies mit einem Konzept, welches sich auf das Prinzip der Anonymen Alkoholiker stützt, und Menschen dazu motivieren will den Wunsch zu entwickeln den Konsum von Drogen oder Alkohol einzustellen. Eine Studie untersuchte eine Therapieform, die zum Ziel hatte Alkoholprobleme zu identifizieren und Menschen zu motivieren etwas dagegen zu tun, und verglich dies mit Standardversorgung. Eine Studie untersuchte eine Beratungsform, welche Menschen dabei helfen soll Zweifel an der eigenen Verhaltensänderung zu entdecken und zu lösen (Gruppen- und Einzelpersonenberatung) im Vergleich zu einer Gesundheitsförderungsmaßnahme bezüglich Hepatitis. Die letzte Studie betrachtete den gleichen Ansatz, allerdings im Vergleich zu einer alleinigen Untersuchung.

Hauptergebnisse

Insgesamt gab es lediglich Evidenz von niedriger Qualität für die Vergleiche in diesem Review.

- Die Studien waren so unterschiedlich, dass wir die Ergebnisse nicht zusammenfassen konnten, um unsere Frage zu beantworten.

- Es bleibt aufgrund der niedrigen Qualität der Evidenz unklar, ob Gesprächstherapien Menschen, die Probleme mit Alkohol und anderen Drogen haben, helfen können.

- Es bleibt unklar, ob Gesprächstherapien für Trinkgewohnheiten den Konsum von illegalen Drogen bei Menschen mit problematischem Alkohol- und Drogenkonsum beeinflussen. Es gab nicht genügend Informationen, um verschiedene Formen von Gesprächstherapien miteinander vergleichen zu können.

- Viele Studien untersuchten den Einfluss von möglichen Bias-Quellen nicht,

- Mehr Studien von höherer Qualität sind von Nöten, wie z.B. randomisierte kontrollierte Studien, um unsere Frage beantworten zu können.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz.

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