Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems im Vergleich zu anderen Arzneimitteln gegen Bluthochdruck

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Was versteht man unter Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist ein medizinischer Zustand, in dem der Blutdruck einer Person anhaltend hoch ist. Bluthochdruck kann andere Gesundheitsprobleme, wie Herzkrankheiten, Schlaganfall und Nierenprobleme fördern, und somit die Lebensqualität verringern.

Welche Medikamente können zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden?

Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden können. Dazu gehören drei Arten von Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS): Inhibitoren des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer), Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) und Reninhemmer. Weitere Wirkstoffgruppen sind Thiaziddiuretika, Betablocker und Kalziumkanalblocker (KKB).

Das erste Mittel, das einer Person gegen Bluthochdruck verschrieben wird, nennt man das „Mittel erster Wahl“. Oft werden mit der Zeit zusätzliche Medikamente gegeben, um zu versuchen, den Blutdruck nachhaltig zu senken.

Zweck dieser Forschungsarbeit

Die Forscher der Cochrane Collaboration wollten feststellen, wie sich RAAS-Inhibitoren als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Bluthochdruck im Vergleich mit anderen Arten von Mitteln der ersten Wahl (Thiaziddiuretika, Betablocker, KKB, Alphablocker oder auf das zentrale Nervensystem (ZNS) einwirkende Mittel) ausnehmen.

Ergebnisse dieser Forschungsarbeit

Die Forscher recherchierten in der medizinischen Literatur bis zum Stand von November 2014 alle relevanten medizinischen Forschungsarbeiten. Sie fanden insgesamt 42 medizinische Studien mit insgesamt 65.733 Teilnehmern im Alter von durchschnittlich 66 Jahren.

Neun dieser Studien schlossen keine Personen ein, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten, 14 andere Studien schlossen sie ein, wenn der Herzinfarkt bzw. Schlaganfall bei Beginn der Studie mehr als drei bzw. sechs Monate zurücklag. Zwölf Studien schlossen auch Teilnehmer mit Diabetes ein und an sieben nahmen Personen mit Nierenproblemen teil.

26 der 42 Studien erhielten finanzielle Mittel von Pharmaunternehmen, die die untersuchten Arzneimittel herstellen. Die Forscher sind der Frage, wie dieser Umstand die Ergebnisse beeinflusst haben könnte, nicht nachgegangen.

Die Forschungsarbeit ergab eine Evidenz von moderater Qualität dafür, dass

1. Thiazide weniger Herzversagen und Schlaganfälle als RAAS-Inhibitoren verursachten,

2. RAAS-Inhibitoren weniger Herzversagen aber mehr Schlaganfälle verursachten als KKB, die Reduzierung von Herzversagen jedoch weit größer war als die Zunahme bei den Schlaganfällen.

Weniger robuste Ergebnisse zeigten, dass RAAS-Inhibitoren im Vergleich zu Betablockern die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzierten.

Die verschiedenen Wirkstoffe ergaben kleine Unterschiede hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Blutdruck. Hier scheint aber kein Zusammenhang zur Zahl der Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenprobleme zu bestehen.

Es sind mehr Studien vonnöten, um die Ergebnisse dieses Reviews zu untermauern.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz.

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