Ein Review über Maßnahmen, mit denen Fachpersonen im Gesundheitswesen den Einsatz von geeigneten Medikamenten für ältere Personen verbessern können

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Die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung von Symptomen chronischer Erkrankungen und zur Vorbeugung der Verschlechterung von Krankheiten ist bei älteren Personen weit verbreitet. Die Einnahme von zu vielen Medikamenten kann jedoch Schaden verursachen. Dieser Review untersucht Studien, in denen Fachpersonen im Gesundheitswesen Maßnahmen ergriffen haben, um sicherzustellen, dass ältere Personen die wirksamste und sicherste Medikation für ihre Erkrankung erhalten. Die ergriffenen Maßnahmen schlossen pharmazeutische Betreuung ein - einen Service von Apothekern, der die Erkennung, Vorbeugung und Lösung von arzneimittelbezogenen Problemen umfasst, sowie die korrekte Anwendung von Medikamenten fördert und zur Gesundheitsförderung und -bildung ermutigt. Eine andere Strategie war die computergestützte Entscheidungsunterstützung, die ein Programm auf dem Computer des Arztes beinhaltet, das ihm hilft, die angemessene Behandlung auszuwählen.

Dieser Review liefert eingeschränkte Evidenz, dass Interventionen, wie z.B. eine pharmazeutische Betreuung, erfolgreich sein könnten, um sicherzustellen, dass ältere Personen angemessene Medikamente erhalten. Es ist allerdings nicht klar, ob dies immer zu einer klinischen Verbesserung führt.

Schlussfolgerungen der Autoren: 

Es ist unklar, ob Interventionen zur Verbesserung einer angemessenen Polypharmazie, wie z.B. eine pharmazeutische Betreuung, zu einer klinisch signifikanten Verbesserung führten; sie scheinen jedoch in Bezug auf eine Reduzierung von unangemessenen Verordnungen nutzbringend zu sein.

Zum wissenschaftlichen Abstrakt
Hintergrund: 

Unangemessene Polypharmazie ist eine besondere Sorge bei älteren Personen und steht mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung. Die Auswahl der besten Interventionen zur Verbesserung einer angemessenen Polypharmazie hat Priorität. Daher wächst das Interesse an einer angemessenen Polypharmazie, bei der viele Medikamente eingesetzt werden könnten, um bessere klinische Ergebnisse für die Patienten zu erzielen.

Zielsetzungen: 

Dieser Review versuchte festzustellen, welche Interventionen, allein oder in Kombination, wirksam sind, um den angemessenen Einsatz von Polypharmazie zu verbessern und die arzneimittelbezogenen Probleme bei älteren Personen zu verringern.

Suchstrategie: 

Im November 2013 wurde für diese erste Aktualisierung eine Reihe von Literaturdatenbanken wie MEDLINE und EMBASE durchsucht und eine Handsuche von Referenzlisten durchgeführt. Suchbegriffe in der Literatursuche waren unter anderem „polypharmacy“, „medication appropriateness“ und „inappropriate prescribing“.

Auswahlkriterien: 

Eine Reihe von Studiendesigns waren einschlussfähig. Einschlussfähige Studien beschrieben Interventionen, die Einfluss auf das Verschreiben von Medikamenten ausüben mit dem Ziel, angemessene Polypharmazie bei 65-jährigen und älteren Personen zu verbessern, wobei ein validiertes Instrument zur Bewertung der Angemessenheit verwendet wurde (z.B. Beers-Liste, Medication Appropriateness Index (MAI)).

Datensammlung und -analyse: 

Zwei Review-Autoren überprüften unabhängig voneinander Abstracts einschlussfähiger Studien, extrahierten Daten und beurteilten das Risiko für Bias der eingeschlossenen Studien. Studienspezifische Schätzungen wurden gepoolt und ein Random Effects Modell verwendet, um Gesamt-Effektschätzer und 95%- Konfidenzintervalle (KI) zu erhalten. Der GRADE-Ansatz (Grades of Recommendation, Assessment, Development and Evaluation) wurde verwendet, um die Gesamtqualität der Evidenz für jeden gepoolten Endpunkt zu bewerten.

Hauptergebnisse: 

Zwei Studien wurden diesem Review hinzugefügt, so dass die Gesamtanzahl der eingeschlossenen Studien 12 beträgt. Eine Intervention bestand aus computergestützter Entscheidungsunterstützung; 11 komplexe, vielschichtige pharmazeutische Interventionsansätze wurden in verschiedenen Settings zur Verfügung gestellt. Die Interventionen wurden von Fachpersonen im Gesundheitswesen wie verschreibenden Ärzten und Apothekern durchgeführt. Die Angemessenheit des Verschreibens von Medikamenten wurde mit validierten Instrumenten gemessen, einschließlich des MAI Scores nach der Intervention (acht Studien), der Beers-Liste (vier Studien), der STOPP Kriterien (zwei Studien) und der START Kriterien (eine Studie). Die in diesen Review eingeschlossenen Interventionen führten zu einer Verminderung von unangemessenem Medikamenteneinsatz. Basierend auf dem GRADE-Ansatz reichte die Gesamtqualität der Evidenz für alle gepoolten Endpunkte von sehr niedrig bis niedrig. Eine größere Reduktion der MAI-Scores zwischen Ausgangswert und Nachbeobachtung wurde in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet (vier Studien; Mittelwertdifferenz -6,78, 95% KI -12,34 bis -1,22). Gepoolte Daten nach der Intervention zeigten eine niedrigere Summe im MAI-Score (fünf Studien; Mittelwertdifferenz -3,88, 95% KI -5,40 bis -2,35) und weniger Medikamente der Beers-Liste pro Teilnehmer (zwei Studien; Mittelwertdifferenz -0,1, 95% KI -0,28 bis 0,09) in der Interventionsgruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Die Evidenz zur Wirkung der Interventionen auf Krankenhausaufnahmen (fünf Studien) und auf arzneimittelbezogene Probleme (sechs Studien) war widersprüchlich.

Übersetzung: 

M. Heupel-Reuter, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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