Interventionen zur Verbesserung der sicheren und wirksamen Nutzung von Medikamenten bei Verbrauchern: eine Übersicht von systematischen Reviews

Reviewfrage: Dies ist eine Aktualisierung einer Übersicht, welche erstmals 2011 veröffentlicht wurde. Forscher der Cochrane Collaboration begutachteten die Evidenz aus systematischen Reviews zur Wirkung von Interventionen, welche die Nutzung von sicheren und wirksamen Medikamenten bei Konsumenten verbessern wollen, unabhängig von der Art der Erkrankung, des Medikamententypus, der Population oder des Settings.

Hintergrund: Medikamente stellen einen der Grundpfeiler in der Behandlung von vielen Gesundheitsproblemen dar. Es existieren viele Strategien, um Menschen dabei zu helfen Medikamente sicher und wirksam zu verwenden, jedoch ist die Forschung in diesem Gebiet, welche über verschiedene Krankheiten, Populationen und Settings spannt, nur schlecht organisiert. Dies kann dazu führen, dass es für politische Entscheidungsträger, Gesundheitsfachleute oder andere erschwert wird, Evidenz, über das was effektiv und nicht effektiv ist, zu finden und zu nutzen.

Studienmerkmale: Diese Übersicht fasst die Evidenz aus 75 systematischen Reviews zur Medikamentennutzung bei Konsumenten, welche bis März 2012 veröffentlicht wurden, zusammen. Die Reviews umfassten akute und chronische Krankheiten in diversen Populationen und Settings und sie untersuchten eine breite Palette an Strategien zur Verbesserung der Medikamentennutzung, wozu die Unterstützung zur Verhaltensänderung, die Risikominimierung und die Aneignung von Fähigkeiten zu zählen sind. Einhaltung der Dosierung und Art der Anwendung war der am meisten berichtete Endpunkt, wobei Kenntnisse und klinische Endpunkte ebenso berichtet wurden. Unerwünschte Ereignisse wurden weniger häufiger identifiziert.

Hauptergebnisse: Zusammengenommen weisen die Ergebnisse darauf hin, dass verschiedene potentielle Pfade existieren wie die Medikamentennutzung auf Seiten der Konsumenten beeinflusst werden kann, um Endpunkte zu verbessern. Jedoch gibt es keine Strategie, die alle Endpunkte für Medikamentennutzung über alle Krankheiten, Populationen, oder Settings verbessern konnte.

Zu den Strategien, die die Medikamentennutzung zu verbessern scheinen, gehören Medikamenten-Selbstüberwachung und Eigenmanagement-Programme, wobei Dosisregimes und die direkte Miteinbeziehung von Apothekern im Medikamentenmanagement (z.B. Medikamenten Überprüfung) vielversprechend sind. Andere Strategien, wie die verzögerte Verschreibung von Antibiotika; praktisches Management (z.B. Erinnerungen, Verpackung); Bildung oder Information kombiniert mit anderen Strategien (z.B. Selbstmanagement in der Kompetenzenaneignung, Beratung); und finanzielle Anreize, könnten auch einen positiven Einfluss ausüben, wobei die Wirkungen weniger konsistent sind.

Einige Strategien, wie direkt beobachtete Therapie, sind womöglich ineffektiv. Andere Strategien, wie die Bereitstellung von Informationen oder Bildung alleine, mögen unterschiedliche Wirkungen haben, wobei sie für manche Endpunkte (z.B. Medikamenteneinhaltung) ineffektiv sind, aber einen positiven Einfluss auf andere Endpunkte, wie Kenntnisse, welche wiederum den Schlüssel zu informierten Medikamentenentscheidungen darstellen, ausüben. Obwohl sich die Zahl der eingeschlossenen Reviews in dieser Aktualisierung verdoppelt hat, besteht weiterhin eine Unsicherheit zu den Wirkungen vieler Interventionen wobei die Evidenz zu 'was wirkt' besonders spärlich für Populationen wie z.B. Kinder, junge Menschen, Pfleger und Menschen mit Multimorbidität war.

Qualität der Evidenz: Eingeschlossene Studien hatten oft methodologische Einschränkungen - auf Studienlevel, Reviewlevel, oder beiden. Das bedeutet, dass Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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