Methotrexat zur Behandlung von inaktivem Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms, die häufig im unteren Teil des Dünndarms, dem so genannten Ileum, auftritt. Morbus Crohn kann jedoch jeden Teil des Verdauungstrakts betreffen, vom Mund bis zum Anus. Die häufigsten Symptome sind Bauchschmerzen und Durchfall. Die Prävention eines klinischen Rezidivs (also dem Wiederauftreten der Symptome der aktiven Erkrankung) bei Patienten, die sich in Remission befinden, ist bei der Behandlung von Morbus Crohn ein wichtiges Ziel. Methotrexat ist ein Arzneimittel, das die natürliche Immunreaktion des Körpers unterdrückt und auch die mit Morbus Crohn verbundene Entzündung unterdrücken könnte. Der Zweck dieses systematischen Reviews war es, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen des zur Remissionserhaltung bei Patienten mit Morbus Crohn eingesetzten Methotrexat zu untersuchen.

Dieser Review identifizierte fünf Studien mit insgesamt 333 Teilnehmern. Zwei Studien verglichen Methotrexat (als Tabletten oder als intramuskuläre Injektion) mit einem Placebo (einer Zuckertablette oder einer Kochsalzinjektion). Eine der beiden Studien verglich Methotrexat darüber hinaus mit 6-Mercaptopurin (einem Immunsuppressivum). Eine kleine Studie verglich Methotrexat mit 6-Mercaptopurin und 5-Acetylsalicylsäure (einem Antiphlogistikum). Zwei Studien verglichen eine Kombinationstherapie mit Methotrexat und Infliximab (einem Biological, bei dem es sich um einen Tumornekrosefaktor-alpha-Antagonist - TNF-Hemmer- handelt) mit einer alleinigen Behandlung mit Infliximab. Eine Studie von hoher Qualität (76 Patienten) zeigt, dass 40 Wochen lang intramuskulär (d.h. in Arm- oder Oberschenkelmuskel) injiziertes Methotrexat (15 mg/Woche) gegenüber Placebo zur Prävention eines Rezidivs (einem Wiederauftreten der Krankheitssymptome) bei Patienten überlegen ist, deren Krankheit bei der Anwendung höherer Dosen von intramuskulärem Methotrexat (25 mg/Woche) inaktiv wurde. Nebenwirkungen traten bei einer kleinen Anzahl von Patienten auf. Diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen leicht und umfassten Übelkeit und Erbrechen, Erkältungssymptome, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Fatigue. Bei einer kleinen Studie (22 Patienten) wurde kein Unterschied hinsichtlich einer dauerhaften Remission zwischen niedrigen Dosen Methotrexat oral (12,5 mg/Woche) und Placebo festgestellt, was nahelegt, dass niedrig dosiertes Methotrexat oral keine wirksame Behandlung bei inaktivem Morbus Crohn ist. Dieses Ergebnis ist jedoch aufgrund der geringen Anzahl der in dieser Studie untersuchten Patienten nicht sicher. Groß angelegte Studien zu Methotrexat oral in höheren Dosen zur Remissionserhaltung bei Morbus Crohn könnten eine stärkere Evidenz für eine solche Anwendung von Methotrexat bieten. Eine gepoolte Analyse zweier Studien (50 Patienten) ergab keinen Unterschied hinsichtlich einer dauerhaften Remission zwischen Methotrexat oral (12,5 bis 15 mg/Woche) und 6-Mercaptopurin (1 mg/​kg/Tag). Es können diesbezüglich jedoch keine sicheren Schlussfolgerungen gezogen werden, da diese Ergebnisse aufgrund der geringen Qualität der Studie und der niedrigen Anzahl an Patienten nicht sicher ist. Bei einer kleinen Studie (13 Patienten) wurde kein Unterschied hinsichtlich einer dauerhaften Remission zwischen Methotrexat und 5-Aminosalicylsäure festgestellt. Es können diesbezüglich jedoch keine Schlussfolgerungen aus dieser Studie gezogen werden, da die Ergebnisse aufgrund der geringen Qualität der Studie und der niedrigen Anzahl an Patienten sehr unsicher sind. Eine gepoolte Analyse zweier Studien (145 Patienten) ergab keinen Unterschied hinsichtlich der dauerhaften Remission zwischen der Kombinationstherapie und Infliximab. Eine Kombinationstherapie mit Methotrexat und Infliximab scheint zur Remissionserhaltung nicht wirksamer als eine alleinige Behandlung mit Infliximab zu sein. Dieses Ergebnis ist jedoch nicht sicher, da die Qualität einer Studie gering war (die der anderen Studie war hoch) und nur eine kleine Anzahl an Patienten teilnahm.

Übersetzung: 

B. Fiess, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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