Pulmonale Rehabilitation bei interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD)

Reviewfrage: Wir haben die verfügbare Evidenz (den wissenschaftlichen Beleg) für die Wirksamkeit einer pulmonalen (auf die Lunge bezogenen) Rehabilitation in Bezug auf die Belastungsfähigkeit, Kurzatmigkeit und Lebensqualität bei Menschen mit einer interstitiellen Lungenerkrankung (kurz ILD, von engl. "Interstitial Lung Disease"; eine spezielle Gruppe von Lungenerkrankungen, die vorwiegend das "Lungengerüst" betreffen) untersucht.

Hintergrund: Menschen mit einer ILD sind häufig von einer verminderten körperlichen Belastungsfähigkeit und Kurzatmigkeit während körperlicher Aktivität betroffen. Eine pulmonale Rehabilitation kann das Wohlbefinden von Menschen mit anderen chronischen Lungenerkrankungen verbessern, jedoch ist bislang nur wenig über die pulmonale Rehabilitation bei ILD bekannt. Wir wollten herausfinden, ob eine pulmonale Rehabilitation für Menschen mit ILD unbedenklich ist, und ob sie Vorteile gegenüber der üblichen Versorgung) hat. Wir haben zudem untersucht, ob Menschen mit einer idiopathischen Lungenfibrose (kurz IPF, von engl. "Idiopathic Pulmonary Fibrosis"), einer schnell fortschreitenden ILD-Form, von einer pulmonalen Rehabilitation profitieren könnten.

Studienmerkmale: Neun Studien wurden eingeschlossen, jedoch enthielten nur fünf Studien ausreichende Informationen für die Auswertung (86 Teilnehmer, die eine pulmonale Rehabilitation erhielten und 82 Teilnehmer, die keine pulmonale Rehabilitation erhielten). Drei Studien schlossen nur Personen mit IPF ein, die sechs anderen Studien schlossen Personen mit unterschiedlichen ILD-Formen ein. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag zwischen 36 und 71 Jahren.

Hauptergebnisse: In keinem Bericht wurden unerwünschte Effekte der pulmonalen Rehabilitation beschrieben. Unmittelbar im Anschluss an die pulmonale Rehabilitation konnten die Teilnehmer weitere Strecken gehen als diejenigen, die nicht an der pulmonalen Rehabilitation teilgenommen hatten (durchschnittlich 44 Meter weiter in sechs Minuten). Die Teilnehmer verbesserten außerdem ihre maximale körperliche Belastungsfähigkeit und gaben weniger Kurzatmigkeit sowie eine verbesserte Lebensqualität an. Auch Personen mit IPF empfanden nach der Rehabilitation Verbesserungen der Belastungsfähigkeit, Atemnot und Lebensqualität. Die Informationen waren nicht ausreichend um zu ermitteln, ob die Effekte nach Beenden der pulmonalen Rehabilitation fortbestanden.

Qualität der Evidenz: Aufgrund unzureichender Darstellung der Methodik und geringer Teilnehmerzahlen war die Qualität der Evidenz gering bis moderat.

Diese laienverständliche Cochrane-Zusammenfassung ist auf dem Stand von Juni 2014.

Übersetzung: 

M. Gooßes und C. Braun, Koordination durch Cochrane Schweiz

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