Interventionen, um depressionskranken Menschen bei der Wiederaufnahme ihrer Erwerbstätigkeit zu helfen

Depression ist ein bedeutendes Problem, das weltweit rund 300 Millionen Menschen betrifft. Zu den Symptomen der Depression gehören die Kernsymptome Niedergeschlagenheit oder Teilnahmslosigkeit sowie weitere Symptome wie das Gefühl zu versagen, Hoffnungslosigkeit und Schlafprobleme. Diese Symptome beeinträchtigen in der Regel die Funktionstüchtigkeit und so entstehen häufig krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz bei Menschen mit Depression. Wir untersuchten die Wirksamkeit von Interventionen, die depressionskranken Beschäftigten helfen können, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Berücksichtigte Studien

Wir fanden 23 Studien mit 5996 Teilnehmern. Sie untersuchten die Wirkung von zusätzlich zur normalen Behandlung vorgenommenen Veränderungen am Arbeitsplatz, besserer psychologischer Betreuung, Verbesserung der Primärversorgung, Antidepressiva und körperlicher Bewegung, auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Die Wirkung von Veränderungen am Arbeitsplatz in Ergänzung zur regulären Versorgung

In drei Studien mit 251 Teilnehmern interessierten sich die Forscher für Veränderungen am Arbeitsplatz wie veränderte Arbeitsaufgaben oder Coaching, die zusätzlich zur regulären Versorgung vorgenommen wurden. Sie stellten fest, dass sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten dadurch in moderatem Maße verringerten.

In zwei Studien versuchten die Forscher, die Betreuung, die bereits auf Veränderungen am Arbeitsplatz ausgerichtet war, zu verbessern, konnten aber keine Wirkung dieser Verbesserungen auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten feststellen.

Wirkung von psychologischer Betreuung

In drei Studien mit 326 Teilnehmern stellten die Forscher fest, dass eine online oder telefonisch bereitgestellte kognitive Verhaltenstherapie die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Vergleich zur regulären Betreuung moderat reduzierte.

In einer qualitativ hochwertigen Studie reduzierte ein spezielles Betreuungsprogramm am Arbeitsplatz auch die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Vergleich zur regulären Betreuung.

Wirkung von Antidepressiva

In drei Studien wurden Antidepressiva untereinander verglichen. Eine deutliche Wirkung auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten blieb jedoch aus.

Verbesserung der Primärversorgung

Eine Verbesserung der Primärversorgung anhand von Qualitätsverbesserungsprogrammen für Allgemeinärzte führte in drei Studien zu keiner Verringerung der krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Körperliche Bewegung

In einer Studie wurde festgestellt, dass sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Teilnehmer verringerten, nachdem sie Dehnungsübungen absolviert hatten. In zwei anderen Studien wurde keine Wirkung auf die krankheitsbedingte Fehlzeit nach körperlicher Bewegung wie Laufen oder Benutzung eines Fitnessstudios festgestellt.

Die Wirkung von Veränderungen am Arbeitsplatz sollte in weiteren Studien untersucht werden. Klinische Studien sollten ferner die Wirkung auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten untersuchen, da es sich bei diesen um eine wichtige Folgeerscheinung von Depression handelt.

Übersetzung: 

Freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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