Nicht-medikamentöse Interventionen für Patienten mit Epilepsie und Lernschwäche

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, welche durch unwillkürliche Aktivität des Gehirns gekennzeichnet ist, die sich als Anfälle manifestieren. Der Anteil von Epilepsie bei Menschen mit Lernschwäche ist deutlich höher als in der Allgemeinpopulation. Epilepsie in dieser Population spricht oft weniger auf Antiepileptika (AEDs) an und wird mit höheren Anteilen an Morbidität und Mortalität in Zusammenhang gebracht. Eine relevante Studie, die zwei chirurgische Verfahren vergleicht, ist in diesen Review aufgenommen worden. Diese Studie ergab, dass in Bezug auf Verbesserung der Lebensqualität und der Ergebnisse im IQ-Test bei Menschen mit Epilepsie und Lernschwäche eine partielle Kallosotomie (ein Verfahren, bei dem ein Abschnitt, in diesem Fall der vordere Teil, des Corpus callosum (Gehirnbalken) durchtrennt wird) zusammen mit einer Lobektomie des vorderen Schläfenlappens (ein Verfahren, bei dem ein Teil des Schläfenlappens entfernt wird) wirksamer ist als eine Lobektomie des vorderen Schläfenlappens allein. Es gab keinen Beleg, der einen relativen Vorteil eines der beiden Verfahren für eine verbesserte Anfallskontrolle stützt. Dieser Review unterstreicht den Mangel an randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), welche nicht-pharmakologische Interventionen für Menschen mit Epilepsie und Lernschwäche auswerten. In Anbetracht der Prävalenz und Eigenschaften von Epilepsie in dieser Population sind gut konzipierte RCTs notwendig, um die Auswirkungen von nicht-pharmakologischen Interventionen in Bezug auf Anfalls- und Verhaltensendpunkte bei Menschen mit Lernschwäche zu ermitteln. Doch Evidenz von hoher Qualität, die von RCTs abgeleitet wird, die auch Menschen ohne Lernschwäche einschließen, sollte auf Nebenwirkungen und Wirksamkeit beurteilt werden, bevor solche Studien durchgeführt werden.

Übersetzung: 

U. Gartner, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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