Kann die Veröffentlichung von Leistungsdaten im Gesundheitswesen das Verhalten von Verbrauchern, Dienstleistern und Organisationen beeinflussen?

Was ist das Ziel dieses Reviews?

Das Ziel war es herauszufinden, ob veröffentlichte Informationen über die Leistung von Dienstleistern im Gesundheitswesen (z.B. Krankenhäuser und einzelne Fachpersonen) einen messbaren Einfluss auf eine Verhaltensänderung bei Verbrauchern, Dienstleistern und Kostenträgern im Gesundheitswesen haben können. Wir wollten auch herausfinden, ob dies die Leistung der Dienstleister im Gesundheitswesen, die Endpunkte der Patienten und die Arbeitsmoral des Personals beeinflusste.

Hauptaussagen

Die Veröffentlichung von Leistungsdaten hat möglicherweise wenig bis gar keinen Einfluss auf Entscheidungen im Gesundheitswesen (von Verbrauchern oder Dienstleistern) oder auf die Leistung von Dienstleistern. Es ist jedoch möglich, dass sich dadurch leichte Verbesserungen in den Endpunkten der Patienten ergeben.

Was wurde in diesem Review untersucht?

Von Dienstleistern im Gesundheitswesen wird zunehmend erwartet, dass sie die Öffentlichkeit darüber informieren, wie gut sie arbeiten. Jedoch ist noch nicht klar, ob die Veröffentlichung von Leistungsdaten einen messbaren Einfluss auf die Entscheidung des Patienten in Bezug auf Dienstleistungen im Gesundheitswesen hat oder ob dadurch die Qualität im Gesundheitswesen verbessert wird.

Was sind die wesentlichen Ergebnisse des Reviews?

Die Autoren durchsuchten die Literatur nach Studien, die die Wirkung der Veröffentlichung von Leistungsinformationen im Gesundheitswesen beurteilten. Sie fanden 12 relevante Studien, die Daten von mehr als 7.570 Dienstleistern und 3.333.386 klinischen Begegnungen, z.B. mit einzelnen Patienten, analysierten.

Es gab Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit dafür, dass sich die Veröffentlichung von Leistungsdaten nur geringfügig bis gar nicht auf die von Patienten in Anspruch genommenen Dienstleistungen, die von den Dienstleistern im Gesundheitswesen getroffenen Entscheidungen oder die Gesamtleistung der Dienstleister auswirken könnte. Es gab Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit, die darauf hindeutet, dass sich einige Endpunkte von Patienten nach der Veröffentlichung der Leistungsdaten leicht verbessern könnten, dass sich dies jedoch weniger auf das Verhalten benachteiligter Bevölkerungsgruppen auswirken könnte. Es gab keine Evidenz in Bezug auf Entscheidungen der Kostenträger im Bereich der Gesundheitsversorgung oder unerwünschte Wirkungen.

Obwohl eine Reihe von Studien einzeln gut durchgeführt wurden, gab es Einschränkungen: Insbesondere variierte die Evidenzbasis erheblich in Bezug auf die Settings (z.B. USA oder Korea), den Gesundheitszustand (z.B. Herzinfarkt oder Hüftersatz), die Art der Leistungsdaten (z.B. Prozess oder Endpunkte der Patienten) und die Art der Datenveröffentlichung (z.B. Postsendung oder Poster). Ihre Ergebnisse waren ebenfalls widersprüchlich, da einige Änderungen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Informationen berichteten und andere keine derartigen Änderungen meldeten.

Wie aktuell ist dieser Review?

Die Autoren des Reviews suchten nach Studien, die bis Juni 2017 veröffentlicht wurden.

Übersetzung: 

H. Schilling, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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