Die Verwendung eines Kombinationsimpfstoffes zum Schutz vor Masern, Mumps und Röteln bei Kindern

Masern, Mumps und Röteln (MMR) sind drei sehr gefährliche Infektionskrankheiten, die schwere Erkrankungen, Behinderung und Tod in einkommensschwachen Ländern verursachen.

Basierend auf der Evidenz aus drei Kohortenstudien (3104 Teilnehmer) ist die Impfung mit einer Dosis des MMR-Impfstoffes zu mindestens 95 % wirksam in der Prävention von klinischen Masern bei Kindern im Vorschulalter; bei Schulkindern und Jugendlichen war mindestens eine Dosis des MMR-Impfstoffes zu 98 % wirksam in der Prävention von laborbestätigten Masernfällen; ein oder zwei MMR-Dosen waren jeweils zu 92 % bzw. 95 % wirksam in der Prävention von sekundären Masernfällen.

Mindestens eine Dosis des MMR-Impfstoffes ist zur Prävention von klinischem Mumps bei Kindern und Jugendlichen wirksam, wenn er aus dem Stamm Jeryl Lynn hergestellt wird (Wirksamkeit des Impfstoffes = 69 % bis 81 %, eine Kohortenstudie und eine Fall-Kontroll-Studie, 1656 Teilnehmer); ebenso bei Herstellung aus dem Urabe Stamm (Wirksamkeit des Impfstoffes = 70 % bis 75 %, eine Kohortenstudie und eine Fall-Kontroll-Studie, 1964 Teilnehmer). Die Wirksamkeit gegen laborbestätigten Mumps bei Kindern und Jugendlichen war schätzungsweise zwischen 64 % bis 66 % für eine und 83 % bis 88 % für zwei Dosen von Jeryl Lynn MMR (zwei Fall-Kontroll-Studien, 1664 Teilnehmer) und 87 % für Urabe-haltigen MMR (eine Kohortenstudie, 48 Teilnehmer). Eine Impfung mit Urabe MMR verleiht Schutz gegen sekundäre Mumps-Infektionen (Wirksamkeit des Impfstoffes = 73 %, eine Kohortenstudie, 147 Teilnehmer).

Wir identifizierten keine Studien, die die Wirksamkeit der MMR-Impfung gegen klinische oder laborbestätigte Röteln untersuchte.

Ergebnisse aus zwei sehr großen Fallserien mit ca. 1.500.000 Kindern, denen der MMR-Impfstoff mit Urabe oder Leningrad-Zagreb-Stämmen gegeben wurde zeigen, dass dieser Impfstoff mit aseptischer Meningitis assoziiert ist, während die Verabreichung des Impfstoffes mit Moraten, Jeryl Lynn, Wistar RA und RIT 4385 Stämmen mit Fieberkrämpfen bei Kindern im Alter unter fünf Jahren assoziiert ist (eine person-time Kohortenstudie, 537.171 Teilnehmer, zwei selbst-kontrollierte Fallserien, 1001 Teilnehmer). Der MMR-Impfstoff könnte auch mit idiopathischer thrombozytopenischer Purpura assoziiert sein (zwei Fall-Kontroll-Studien, 2450 Teilnehmer, eine selbst-kontrollierte Fallserie, 63 Teilnehmer).

Wir konnten keine signifikante Assoziation zwischen der MMR-Impfung und den folgenden Erkrankungen feststellen: Autismus, Asthma, Leukämie, Heuschnupfen, Diabetes Typ 1, Gangstörungen, Morbus Crohn, demyelinisierende Krankheiten, oder bakterielle oder virale Infektionen. Die methodische Qualität von vielen der eingeschlossenen Studien machte es schwierig, ihre Ergebnisse zu verallgemeinern.

Das Glossar der Studiendesigns ist in dem Volltext des Reviews verfügbar.

Übersetzung: 

N. Tittlbach, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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