Lithium bei Schizophrenie

Fragestellung

Ist das Medikament Lithium allein eine wirksame Behandlung für Schizophrenie und Schizophrenie-ähnliche Erkrankungen? Ist Lithium eine wirksame Behandlung, wenn es als zusätzliche Behandlung zu Antipsychotika eingesetzt wird.

Hintergrund

Menschen mit Schizophrenie haben oft zwei Haupttypen von Symptomen ihrer Krankheit. Dazu gehören akute Symptome wie das Hören von Stimmen oder Sehen von Dingen (Halluzinationen), sowie seltsamen Überzeugungen (Wahnvorstellungen). Beispiele für chronische Symptome sind schlechte Stimmung/Depression, sozialer Rückzug und Gedächtnisprobleme. Die Hauptbehandlung für Schizophrenie sind Antipsychotika. Viele Menschen mit Schizophrenie sprechen jedoch nicht vollständig auf diese Medikamente an, und bestimmte Symptome der Krankheit können verbleiben, wenn nur ein Antipsychotika verabreicht wird. In diesen Fällen werden verschiedene zusätzliche Medikamente verwendet, darunter Lithium. Lithium stabilisiert die Stimmung einer Person und wird als zusätzliche Behandlung zusammen mit Antipsychotika bei Schizophrenie eingesetzt. Lithium kann manische und depressive Symptome reduzieren.

Studienmerkmale

Die Suche zur Aktualisierung im Jahr 2012 ergab zwei weitere Studien, welche die erforderlichen Standards erfüllten, und bei der Suche 2015 wurden keine weiteren Studien gefunden. Dieser Review enthält nun 22 randomisierte Studien mit insgesamt 763 Teilnehmern. Die Studien randomisierten Personen mit Schizophrenie oder ähnlichen Erkrankungen in Gruppen, die entweder Lithium oder Placebo (Scheinmedikament), Lithium oder Antipsychotika, Lithium plus Antipsychotika oder Antipsychotika allein erhielten.

Hauptergebnisse

Die Ergebnisse in diesem Review zeigen, dass es keine Evidenz von guter Qualität darüber gibt, dass Lithium alleine für Menschen mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung wirksam ist. Es gibt etwas Evidenz von niedriger Qualität bezüglich der Wirksamkeit von Lithium als Zusatzbehandlung mit Antipsychotika, allerdings ist dieses Ergebnis nicht eindeutig. Nur wenige Studien berichteten über die Nebenwirkungen von Lithium (wie Nieren- und Schilddrüsenprobleme).

Qualität der Evidenz

Die meisten Studien waren klein, von kurzer Dauer und schlecht berichtet. Die Autoren des Reviews bewerteten die Qualität der Evidenz für die Hauptergebnisse als niedrig oder sehr niedrig. Weitere große und gut geplante Studien sind erforderlich.

Ben Gray, Senior Peer Researcher, McPin Foundation (http://mcpin.org/), schrieb diese laienverständliche Zusammenfassung.

Übersetzung: 

M. Krause, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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