Konservative Behandlung für Männer mit Harninkontinenz nach einer Prostataoperation

Hintergrundinformation

Die Prostata ist eine männliche Geschlechtsdrüse, welche die Öffnung der Harnblase umgibt. Die zwei häufigsten Erkrankungen der Prostata (Prostatakrebs und gutartige (nicht-krebsartige) Prostatavergrösserung) können chirurgisch behandelt werden, allerdings leiden manche Männer im Anschluss an die Operation an Harnverlust (Harninkontinenz). Es wird angenommen, dass eine konservative Behandlung dieses Harnverlustes, wie zum Beispiel Training der Beckenbodenmuskulatur mit oder ohne Biofeedback oder anale Elektrostimulation, Männern helfen kann, den Harnverlust zu kontrollieren.

Hauptergebnisse des Reviews

Ein Review von Studien fand heraus, dass die Evidenz für einen Nutzen von Schulungen durch Therapeuten widersprüchlich ist. Diese Schulungen leiten die Männer an, ihre Beckenbodenmuskulatur anzuspannen und haben zum Ziel Harnverlust nach einer radikalen krebsbedingten Prostataoperation vorzubeugen oder zu behandeln. Allerdings weisen die Ergebnisse einer großen Studie darauf hin, dass Männer nach einer transurethralen Resektion (TURP) aufgrund einer gutartigen Prostatavergrösserung nicht von einem Therapeuten durchgeführten Training der Beckenbodenmuskulatur profitieren. Insgesamt gab es unzureichende Evidenz, um eine nutzbringende Wirkung des Trainings der Beckenbodenmuskulatur aufzuzeigen.

Von drei getesteten externen Kompressionshilfen schien nur die Penisklemme besser als die anderen zu sein.

Unerwünschte Wirkungen

Diese Penisklemme musste mit Vorsicht verwendet werden, da sie Sicherheitsrisiken barg.

Einschränkungen des Reviews

Für künftige Aktualisierungen könnte es nützlich sein, zwei Reviews zu erstellen, die sich separat auf Studien zur "Behandlung" und "Vorbeugung" konzentrieren. Es bedarf mehr Forschung von besserer Qualität um konservative Behandlung zu bewerten.

Übersetzung: 

A.Kobleder, Koordination durch Cochrane Deutschland.

Tools
Information
Share/Save

Cochrane Kompakt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich. Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern. Eine Übersicht finden Sie hier.