Riluzol (Arzneistoff) für amyotrophe Lateralsklerose (ALS) / Motoneuronerkrankung (MND)

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) / Motoneuronerkrankung (MND) ist eine tödlich verlaufende neurologische (nervliche) Erkrankung, die Lähmungen der Extremitäten, beim Schlucken und der Atemmuskeln hervorruft. Es gibt keine Behandlung, um den Krankheitsverlauf zu stoppen oder den Entwicklungsverlauf umzukehren. In dieser Übersichtarbeit untersuchen wir die Evidenz aus vier randomisierten klinischen Studien mit 1477 Patienten mit ALS. Die methodische Qualität der Studien war akzeptabel und drei der Studien waren gut vergleichbar (auch wenn eine von ihnen ältere Patienten mit fortgeschrittener ALS eingeschlossen hatte). Die Suchanfragen für diese Übersichtsarbeit wurden zuletzt in 2011 aktualisiert; es wurden keine neuen randomisierten kontrollierten Studien gefunden. Die Ergebnisse zeigen, dass 100 mg Riluzol wahrscheinlich die mittlere (mediane) Überlebenszeit bei Patienten mit ALS um zwei bis drei Monate verlängert und die Sicherheit des Medikaments keinen Anlass zu grosser Sorge gibt. Die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien zeigt, dass die Teilnehmer unter Riluzol wahrscheinlich länger überleben als Teilnehmer, die Placebo erhielten. Die positiven Effekte sind sehr gering und das Medikament ist teuer. Es zeigte sich ein kleiner positiver Effekt sowohl auf die bulbäre (von Bulbär, einem knollenförmigen Organ(teil)) wie auch die Extremitäten-Funktion, nicht jedoch auf die Muskelkraft. Unerwünschte Wirkungen von Riluzol sind relativ gering und in den meisten Fällen umkehrbar nach Absetzen des Medikaments.

Übersetzung: 

J. Meerpohl, Koordination durch Cochrane Schweiz

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