Fibrate zur Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen

Reviewfrage 

Das Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Fibraten zur Prävention von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zu bewerten, einschließlich Herzinfarkte, Schlaganfälle und tödliche Kreislauferkrankungen bei Patienten mit bestehenden Kreislauferkrankungen.

Hintergrund

Fibrate werden seit vielen Jahren zur präventiven Behandlung weiterer Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Menschen eingesetzt, deren Kreislaufsystem bereits erkrankt ist. Fibrate gehören zu einer Medikamentenklasse, die wirkt indem sie die Fette im Blut positiv beeinflusst, das heißt Triglyceride senkt, High-Density-Lipoprotein ("gutes") Cholesterin erhöht und den kleinen Bruchteil an Low-Density-Lipoprotein ("schlechtes") Cholesterin senkt. Die Medikamentenklasse umfasst Clofibrat, Gemfibrozil, Fenofibrat, Bezafibrat und Ciprofibrat. Eine erfolgreiche Anpassung der Blutfette bei Patienten mit erkranktem Kreislaufsystem könnte bedeuten, dass diese Personen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, aufgrund ihrer Kreislauferkrankung Herzinfarkte oder Schlaganfälle erleiden oder daran sterben. Gegenwärtig gibt es keine eindeutige Evidenz zum Nutzen von Fibraten bei diesen Personen.

Studienmerkmale

Die Dauer der Fibrateinnahme schwankt zwischen 12 Monaten und 8 Jahren.

Hauptergebnisse

Wir schlossen 13 Studien in diesen Review ein, mit insgesamt 16.112 Teilnehmern mit einer Vorgeschichte von Herzkreislauf-Erkrankung oder Schlaganfall. Dieser Review schließt Evidenz ein, die bis Oktober 2014 identifiziert wurde.

Unsere Analyse hat gezeigt, dass wenn Fibrate primär mit Placebo verglichen werden, Fibrate zur Prävention von kombinierten Endpunkten wirksam sein können, wie bei nicht-tödlichen Schlaganfällen, nicht-tödlichen Herzinfarkten (Myokardinfarkt) und Tod aufgrund von Kreislauferkrankungen. Jedoch beruht diese nutzbringende Wirkung auf dem Einschluss von Daten von Clofibrat, einem Medikament, das 2002 aufgrund von Sicherheitsbedenken zurückgezogen wurde. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass keine gute Evidenz vorliegt, um den Nutzen von derzeitig verfügbaren Fibraten zur Prävention von zukünftigen Herzinfarkten, Schlaganfällen oder tödlichen Kreislauferkrankungen bei Personen mit vorliegenden Kreislauferkrankungen zu unterstützen.

Qualität der Evidenz

In Verbindung mit den Daten von Clofibrat ergab sich eine moderate Qualität der Evidenz für kombinierte Endpunkte (nicht-tödliche Schlaganfälle, nicht-tödliche Myokardinfarkte (MI) und vaskulärer Tod) und MI-Endpunkte (nicht tödlich oder tödlich) und eine niedrige Qualität der Evidenz für Schlaganfälle (ischämisch oder hämorrhagisch, nicht-tödlich oder tödlich) und Tod durch vaskuläre oder jede andere Ursache während der Behandlung und der geplanten Nachbeobachtungsdauer. Die Qualität der Evidenz ohne der Daten von Clofibrat war moderat für MI-Endpunkte (nicht-tödlich oder tödlich) und gering für die kombinierten Endpunkte (nicht-tödlicher Schlaganfall, nicht-tödlicher MI und vaskulärer Tod), für Schlaganfall (ischämisch oder hämorrhagisch, nicht-tödlich oder tödlich), und für Tod aufgrund vaskulärer oder anderer Endpunkte während der Behandlung und der geplanten Nachbeobachtungsdauer.

Übersetzung: 

I.Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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