Sind monoaminerge Agonisten wirksam für die Besserung des Gehirns nach einem schweren Unfall?

Nicht alle Verletzungen des Gehirns nach einem Schädel-Hirntrauma werden durch die direkte Verletzung durch den Aufprall während des Unfalls verursacht. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma kommt es zu einer Reihe von Folgeerscheinungen, die über mehrere Stunden hinweg das Gehirn weiter schädigen. Jedoch ist die Alltagswirksamkeit so genannter neuroprotektiver Interventionen, die die Folgeerscheinungen vorbeugen oder deren schädigende Wirkung verringern sollen nicht ausreichend.

Eine Alternative könnte die medikamentöse Verabreichung von monoaminergen Agonisten sein, welche die Heilung des Gehirns nach einer Verletzung verbessern sollen. Tierstudien haben gezeigt, dass solche Medikamente die Wiederherstellung der Funktion des Gehirns nach der Verletzung fördern. Die Alltagswirksamkeit von monoaminergen Agonisten auf die Besserung nach einer Verletzung des menschlichen Gehirns muss noch bestätigt werden.

Die Autoren dieses Reviews suchten nach Studien mit hoher Qualität, die die Alltagswirksamkeit von monoaminergen Agonisten auf die Genesung des Gehirns von Patienten jeglichen Alters nach einer schweren Verletzung untersuchten. Keine der gefundenen, veröffentlichten Studien untersuchte diese Frage direkt, weshalb keine Studien in diesen Review eingeschlossen werden konnten. Die Autoren schlussfolgerten, dass es bisher keine Studien gibt, die die Alltagswirksamkeit von monoaminergen Agonisten auf Patienten mit schwerem Schädel-Hirntrauma untersuchen. Deshalb lässt die derzeitige unzureichende Evidenz auch nicht zu die routinemäßige Anwendung von monoaminergen Agonisten zur Heilung von Schädel-Hirntraumata zu empfehlen.

Die Autoren stellen fest, dass es dringend notwendig ist, die Alltagswirksamkeit von Interventionen wie monoaminergen Agonisten zur Verbesserung der Heilung des Gehirns nach einer schweren Verletzung zu erforschen. Die Ergebnisse aus bestehenden Studien müssen in größeren Studien wiederholt werden, um auch andere Gruppen wie Schwerverletzte und Kinder einschließen zu können.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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