Ist Prostata-MRT, mit oder ohne MRT-unterstützte Biopsie, besser als systematische Biopsie zur Erkennung von Prostatakrebs bei Männern?

Hintergrund

Viele Prostatakrebsarten wachsen langsam und könnten während des Lebens eines Mannes keine schädlichen Auswirkungen haben. Indessen können klinisch signifikante Krebserkrankungen zu Problemen wie einer Verstopfung der Harnwege, schmerzhaften Knochenläsionen und Tod führen. Der prostataspezifische Antigen (PSA)-Test, gefolgt von Gewebeproben der Prostata unter Ultraschallführung, wird häufig eingesetzt, um diese Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen. In jüngster Zeit wurde auch Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um die Diagnose zu stellen.

Was ist das Ziel dieses Reviews?

Ziel dieses Reviews war es, MRT allein, MRT zusammen mit einer Biopsie und einen Diagnosepfad, der die MRT verwendet, um zu entscheiden, ob eine Biopsie durchgeführt werden soll oder nicht (nachfolgend "der MRT-Diagnosepfad" genannt), mit der standardmäßigen ultraschallgeführten Biopsie (nachfolgend "systematische Biopsie" genannt) zu vergleichen. Als Referenz diente die Template-geführte Biopsie.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Wir haben die Evidenz bis Juli 2018 untersucht. Der Review schloss 43 Studien, hauptsächlich aus westlichen Ländern, mit Männern im Alter von 61 bis 73 Jahren, ein.

In einer Bevölkerung von 1000 Männern, die ein Risiko für Prostatakrebs haben, von denen 300 Männer tatsächlich klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird MRT 273 Männer korrekt als solche identifizieren, die einen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, aber die restlichen 27 Männer übersehen; für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird MRT 259 Männer richtig als Männer ohne Prostatakrebs identifizieren, aber 441 Männer fälschlicherweise als Männer, die einen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, einstufen.

In der gleichen Population wird MRT-unterstützte Biopsie 240 von 300 Männern korrekt als Männer mit klinisch signifikantem Prostatakrebs identifizieren, aber die restlichen 60 Männer übersehen; für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird MRT 658 Männer korrekt als Männer ohne Prostatakrebs identifizieren, aber 42 Männer falsch als Männer einstufen, die klinisch signifikanten Prostatakrebs haben.

Der MRT-Diagnosepfad wird 216 von 300 Männer korrekt als Männer mit klinisch signifikantem Prostatakrebs identifizieren, aber die restlichen 84 Männer übersehen; für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird der MRT-Diagnosepfad 672 Männer korrekt als Männer ohne Prostatakrebs identifizieren, aber 28 Männer falsch als Männer einstufen, die klinisch signifikanten Prostatakrebs haben.

Systematische Biopsien werden 189 von 300 Männern korrekt als Männer identifizieren, die klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, aber die restlichen 111 Männer übersehen; für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, können systematische Biopsien alle 700 Männer richtig als Männer ohne Prostatakrebs identifizieren und werden keine Männer falsch als Männer mit klinisch signifikantem Prostatakrebs klassifizieren.

Beim Vergleich des MRT-Diagnosepfads mit einer systematischen Biopsie in einer gemischten Gruppe von Männern, die eine frühere Biopsie hatten oder nicht, stellten wir fest, dass der MRT-Diagnosepfad 12 % wahrscheinlicher die richtige Diagnose stellt. Bei Männern ohne vorherige Biopsie ergibt sich durch den MRT-Diagnosepfad 5 % wahrscheinlicher die richtige Diagnose und bei Männern, die eine negative Biopsie hatten, ist die richtige Diagnose um 44 % wahrscheinlicher.

Wie zuverlässig ist die Evidenz?

Wir bewerteten die Qualität der Evidenz für die wichtigsten Ergebnisse dieses Reviews als niedrig. Zusätzliche qualitativ hochwertige Forschung wird diese Ergebnisse wahrscheinlich verändern.

Was sind die Auswirkungen dieses Reviews?

Die Ergebnisse dieses Cochrane Reviews deuten darauf hin, dass der MRT-Diagnosepfad besser als systematische Biopsien ist, um eine korrekte Diagnose von klinisch signifikantem Prostatakrebs zu stellen. Allerdings übersieht der MRT-Diagnosepfad immer noch einige Männer mit klinisch signifikantem Prostatakrebs. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist daher wichtig.

Übersetzung: 

J. Metzing, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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