Medikamentöse Behandlungen zur Raucherentwöhnung in der Schwangerschaft

Rauchen während der Schwangerschaft schadet Schwangeren und Säuglingen. Frauen, die in der Schwangerschaft weiterrauchen, sind in der Regel ärmer und weniger gebildet und haben mit größerer Wahrscheinlichkeit keinen Partner oder einen Partner, der ebenfalls raucht.

Zu den Medikamenten, die dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, gehören die Nikotinersatztherapie (NET), Bupropion und Vareniclin. E-Zigaretten enthalten Nikotin und werden von einigen Rauchern verwendet, um das Rauchen von Zigaretten zu vermeiden. Über die Sicherheit und Alltagswirksamkeit von Wirkstoffen zur Raucherentwöhnung und E-Zigaretten ist nichts bekannt. Für diesen aktualisierten Review suchten wir nach Evidenz für die Wirkung und Sicherheit beliebiger Wirkstoffe zur Raucherentwöhnung oder von E-Zigaretten, wenn diese in der Schwangerschaft verwendet werden. Wir fanden 9 randomisierte Studien mit insgesamt 2210 Frauen. Der Großteil der Studien beschäftigte sich mit der NET in Kombination mit verhaltensorientierter Unterstützung (Beratung), nur eine kleine Studie mit 11 Frauen untersuchte die Wirkung von Bupropion. In der Kombination der Ergebnisse lieferten die Studien grenzwertige Evidenz dafür, dass die NET in Kombination mit verhaltensorientierter Unterstützung Frauen helfen könnte, das Rauchen in der Spätschwangerschaft aufzugeben. Als wir jedoch nur die placebokontrollierten Studien von höherer Qualität analysierten, zeigte sich die NET nicht wirksamer als ein Placebo.

Es gab keine hinreichende Evidenz, welche hätte belegen können, ob die NET positive, negative oder gar keine Auswirkungen auf die Raten an Fehlgeburten, Totgeburten, Frühgeburten (vor der 38. Schwangerschaftswoche), geringem Geburtsgewicht (unter 2500 g), Einweisungen von Babys auf die Neugeborenenintensivstation oder auf Todesfälle von Neugeborenen hat oder ob sie das mittlere Geburtsgewicht der Säuglinge beeinflusst. In einer Studie jedoch, in der die Kinder bis zum Alter von zwei Jahren beobachtet wurden, lag bei den Kindern, deren Mütter nach dem Zufallsprinzip der NET-Gruppe zugewiesen worden waren, die Wahrscheinlichkeit für eine gesunde Entwicklung höher.

Zu den unter der NET beobachteten Nebenwirkungen gehörten Kopfschmerzen, Übelkeit und lokale Reaktionen (z. B. Hautreizungen durch Pflaster oder ein unangenehmer Geschmack im Mund durch Kaugummi).

Studien, in denen über die Behandlungstreue (Compliance) berichtet wurde, kamen zu dem Schluss, dass diese insgesamt niedrig war und dass die Mehrheit der Teilnehmerinnen einen großen Teil der NET nicht nutzten, die ihnen angeboten oder verschrieben wurde.

Es ist zusätzliche Evidenz aus weiteren Forschungsarbeiten nötig. Insbesondere besteht derzeit ein Bedarf an placebokontrollierten Studien, in denen höhere NET-Dosen getestet werden, eine gute Behandlungstreue gefördert wird und Säuglinge bis ins Kindesalter beobachtet werden.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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