Paracetamol bei persistierendem Ductus arteriosus bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht

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Hintergrund:

Eine häufige Komplikation bei sehr früh geborenen oder sehr kleinen Babys ist ein persistierender Ductus arteriosus (PDA), eine offene Verbindung zwischen Lunge und Herz. Diese Verbindung schließt sich normalerweise nach der Geburt, bleibt manchmal jedoch wegen des unreifen Entwicklungszustands des Babys offen. Ein PDA kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Standardmäßig wurde in solchen Fällen bisher Indometacin oder Ibuprofen verabreicht. Kürzlich wurde Paracetamol, ein häufig zur Behandlung von Fieber oder Schmerzen bei Kindern und Säuglingen eingesetzter Wirkstoff, als Alternative zu Ibuprofen vorgeschlagen, da es möglicherweise weniger Nebenwirkungen mit sich bringt. Eine Reihe von Fallberichten und Fallserien deuteten darauf hin, dass Paracetamol eine attraktive Behandlungsalternative zur Schließung eines PDA darstellen könnte.

Studienmerkmale:

Wir fanden 2 Studien mit 250 frühgeborenen Kindern, in denen die Wirksamkeit und Sicherheit von Paracetamol im Vergleich zu Ibuprofen bei der Behandlung von PDA zum Lebensbeginn untersucht wurde. Die Studien wurden in der Türkei und in China durchgeführt.

Hauptergebnisse:

Als wir die Ergebnisse der beiden Studien kombinierten, lag die Erfolgsquote von Paracetamol für die Schließung des PDA ähnlich hoch wie die von Ibuprofen. Unerwünschte Ereignisse waren in beiden Gruppen ähnlich. Im Allgemeinen war der Verlauf bei Säuglingen, die Paracetamol erhielten, tendenziell günstiger und darüber hinaus gab es in der Paracetamol-Gruppe weniger unerwünschte Ereignisse. Mit Paracetamol behandelte Säuglinge brauchten kürzer zusätzlichen Sauerstoff und es bestand für sie ein geringeres Risiko für eine erhöhte Bilirubinkonzentration im Blut (Hyperbilirubinämie) als für die mit Ibuprofen behandelte Gruppe.

Qualität der Evidenz:

Obwohl das Gesundheitsfachpersonal im Hinblick auf den Wirkstoff, den die Säuglinge bekamen, nicht verblindet war (d. h., sie wussten, ob sie Paracetamol oder Ibuprofen verabreichten), waren die Studien von guter Qualität.

Schlussfolgerungen:

Paracetamol scheint eine vielversprechende neue Alternative zu Indometacin und Ibuprofen mit möglicherweise weniger Nebenwirkungen zu sein, um einen PDA zu schließen.

Es werden zusätzliche Studien benötigt, die diese Maßnahme untersuchen und längerfristige Nachuntersuchungen mit einbeziehen, bevor Paracetamol als Standardbehandlung für einen PDA bei Frühgeborenen empfohlen werden kann. Derzeit werden mehrere Studien durchgeführt, die zusätzliche Informationen liefern werden.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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