Umlagerung zur Vorbeugung von Druckgeschwüren (Dekubitus)

Druckgeschwüre, auch Dekubitalgeschwüre, Wundliegegeschwüre oder jeweils -ulcera genannt, sind offene Stellen auf der Haut und entstehen durch Druck auf die Haut oder durch Reibung. Sie treten meist bei bettlägerigen Patienten dort auf, wo die Knochen hervortreten, wie zum Beispiel den Hüften, Fersen und Ellbogen. Ein Druckgeschwür ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, in Folge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften. Druckgeschwüre treten am häufigsten bei älteren Menschen auf, oder denjenigen, die entweder im Bett oder beim Sitzen nicht mehr beweglich sind. Umlagerung (d.h. Drehen) ist eine Strategie, die gemeinsam mit anderen präventiven Strategien angewandt wird, um den Druck zu erleichtern und so der Entstehung von Druckgeschwüren vorzubeugen. Umlagerung beinhaltet die Drehung einer Person in eine andere Position, um Druck von einem bestimmten Teil des Körpers zu vermindern oder zu verteilen.

Wir identifizierten drei Studien mit insgesamt 502 Teilnehmern. Es gibt nur wenig Evidenz und von geringer Qualität, welche die Umlagerung als Maßnahme zur Vorbeugung von Druckgeschwüren unterstützt. Wir wissen noch immer nicht, ob bestimmte Positionen oder Häufigkeiten der Umlagerung die Entwicklung von Druckgeschwüren vermindern. Keine der Studien berichtete über die Auswirkung der Umlagerung auf Schmerzen oder Lebensqualität der Patienten. Mehr Forschung ist nötig, um die Auswirkungen der Umlagerung auf die Entwicklung von Druckgeschwüren zu messen und um die besten Umlagerungsstrategien bezüglich der Häufigkeit und der Wahl der Position zu finden. Es ist wichtig zu betonen, dass die fehlende Evidenz für die Wirksamkeit der Umlagerung oder für die beste Behandlungsstrategie nicht heißt, dass Umlagerung nicht wirksam ist.

Übersetzung: 

I. Töws, Koordination durch Cochrane Schweiz

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