Von kommunalen Vereinigungen ausgehende Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustands und zur Verminderung gesundheitlicher Ungleichheit bei ethnischen Minderheiten

Dass ethnische Minderheiten im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen ist eine weltweites Gesundheitsproblem. Seit Jahrzehnten wird mit verschiedenen Maßnahmen auf der Bevölkerungsebene versucht, dieses grundlegende Problem anzugehen - bis anhin mit wenig Erfolg. Eine Möglichkeit zur Verminderung ungleicher Gesundheitsstandards besteht darin, Gruppen und Vereinigungen aufzubauen, in denen gesellschaftliche Minderheiten vertreten sind. So können gesellschaftliche Strukturen entstehen, die begünstigend auf gesundheitsfördernde Entscheidungen und generell die Lebensqualität einwirken. Dieser Review suchte nach Evidenz, dass Massnahmen, die durch solche Gruppen angestoßen werden, gesundheitsbezogene Ungleichheiten bei ethnischen Minderheiten vermindern oder ihre Gesundheit verbessern können.

Dieser Review basiert auf 58 Studien aus dem Zeitraum von Januar 1990 bis Ende März 2014, die von kommunalen Vereinigungen ausgehende Maßnahmen und eine Vielzahl an Risikoverhalten und gesundheitsbezogenen Endpunkten untersuchten. Berücksichtigt wurden ausschließlich Studien zu Vereinigungen, in denen mindestens eine ethnische Minderheit vertreten war und die mindestens zwei öffentliche oder private Organisationen auf Gemeindeebene miteinbezogen. Der Review untersuchte die Wirkung von vier unterschiedlichen Arten von Strategien oder Maßnahmen, die von kommunalen Vereinigungen angewendet werden.

Veränderungen auf der Gemeinschaftsebene (z.B. Initiativen, die auf die physische Umwelt abzielen - wie Wohnungsbau, Grünflächen, Sicherheit in der Nachbarschaft oder Verwaltungsprozesse und -regeln) zeigten nur kleine, wenig eindeutige Wirkung. Breiter angelegte Strategien auf der Ebene des Gesundheits- und Sozialwesens (z.B. Programme, die auf das Verhalten von Angestellten oder die Zugänglichkeit zu Dienstleistungen abzielten, oder Richtlinien, Prozesse bzw. Technologien zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung) zeigten durchwegs positive, wenn auch kleine Wirkungen. Einen relativ eindeutig positiven Effekt zeigte die Weitergabe von Gesundheitsinformationen durch Laienmitarbeiter oder von Fachpersonen geleitete Gruppen zur Gesundheitserziehung. Die Wirkung von Gesundheitserziehung in Gruppen, die von Gleichgestellten (Peers) geleitet wurden, war nicht eindeutig .

Dieser Review zeigt auf, dass durch Maßnahmen, die von kommunalen Vereinigungen geleitet werden, Gesundheits- und Sozialdienste mit ethnischen Minderheitengruppen in Kontakt gebracht werden können, so dass das Verhalten und die Gesundheit von Einzelpersonen und das Versorgungssystem allgemein begünstigt werden. Um jedoch ein gleiches Gesundheitsniveau in allen ethnischen Gemeinschaften erreichen zu können, brauchen wir spezifisches Wissen, warum manche Programme funktionieren und andere nicht. Dazu wird mehr Information zu den Mechanismen benötigt, mit denen einige der hier beschriebenen Programme die positive Veränderung erzielten, sowie zu den Ressourcen, die nötig sind, um diese Wirkung zu wiederholen. Zusätzlich benötigen wir bessere wissenschaftliche Instrumente, um Wirkungen auf der Ebene von Gemeinschaftssystemen zu verstehen und Ansatzpunkte zu erkennen, durch die eine Hebelwirkung in Richtung gerechter Verteilung von Gesundheit erzielt werden kann.

Übersetzung: 

Freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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