Massenmediale Interventionen zur Reduktion von Stigma gegen Menschen mit psychischen Problemen

Menschen definieren Stigma in unterschiedlichster Weise. In dieser Übersichtsarbeit richten wir unseren Fokus auf zwei wesentliche Aspekte von Stigma: Diskriminierung (das Behandeln von Menschen in einer unfairen Art und Weise aufgrund deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe) und Vorurteile (negative Einstellungen und Gefühle gegen bestimmte Gruppen). Menschen mit psychischen Problemen erfahren Stigma häufig. Dies kann furchtbare Auswirkungen auf ihre Leben haben. Massenmedien sind Medien, welche dazu bestimmt sind mit einer großen Menschenmenge zu kommunizieren ohne sich des direkten, unvermittelten Kontakts zu bedienen.  Als Beispiele lassen sich Zeitungen, Plakate, Broschüren, DVDs, Fernsehen, Radio, Kino, und das Internet nennen. Anti-Stigma Kampagnen beinhalten häufig massenmediale Interventionen, welche teuer sein können. Daher ist es wichtig herauszufinden, ob der Einsatz von massenmedialen Interventionen Stigma reduzieren kann.

Wir begutachteten Studien, welche Menschen, die von einer massenmedialen Intervention zur psychischen Gesundheit gehört und diese gesehen haben mit jenen, die von einer solchen Intervention weder gehört noch diese gesehen haben. Die Kontrollgruppe konnte auch aus Menschen bestehen, die zwar eine Intervention gesehen haben, diese Intervention jedoch nicht die psychische Gesundheit oder Stigma thematisierte. Unser Ziel war es herauszufinden, welche Wirkungen massenmediale Interventionen im Hinblick auf die Reduktion von Stigma gegen Menschen mit psychischen Problemen haben.

Wir haben 22 Studien mit 4.490 Teilnehmern gefunden.  Fünf dieser Studien lieferte Daten zu Diskriminierung und 19 zu Vorurteilen. Wir stellten fest, dass massenmediale Interventionen die Diskriminierung reduzieren oder steigern oder keinen Effekt auf sie haben können. Wir fanden zusätzlich, dass massenmediale Interventionen Vorurteile womöglich reduzieren können. Der Umfang der Reduktion kann als klein bis moderat eingestuft werden und ist ähnlich der Vorurteilsniveaus, welche mit Schizophrenie bis zu jenen von starken Depressionen assoziiert werden. Die Qualität der Evidenz zu Diskriminierung und Vorurteilen war niedrig, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht betrachtet werden müssen. Nur drei Studien lieferten Informationen zu finanziellen Kosten und zwei zu negativen Auswirkungen und es gab Einschränkungen dahingehend, wie diese erfasst wurden, wodurch wir zu diesen Aspekten keine Schlussfolgerungen ziehen können.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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