Enterale Lactoferrin Supplementierung zur Prävention von Sepsis und nekrotisierender Enterokolitis bei Frühgeborenen

Fragestellung: Wird durch die Verabreichung von Lactoferrin mit der Nahrung das Risiko einer Sepsis oder nekrotisierenden Enterokolitis bei Frühgeborenen verringert?

Hintergrund: Frühgeborene sind anfällig für Blutinfektionen (Sepsis) und/oder Schädigungen im Magen-Darm-Trakt (nekrotisierende Enterokolitis, NEK). Viele Neugeborene mit Sepsis oder NEK sterben oder entwickeln trotz Antibiotikabehandlung langfristige Hirn- und Lungenschäden. Lactoferrin, ein Protein, das in der Muttermilch enthalten ist, hat sich in Tierversuchen und im Labor als wirksam gegen Infektionen erwiesen. Lactoferrin verbessert auch die Fähigkeit von Säuglingen, Infektionen zu bekämpfen.

Studienmerkmale: Durch Literaturrecherchen, die bis Dezember 2016 aktualisiert wurden, fanden wir sechs Studien. Diese schlossen 1041 Frühgeborene ein und untersuchten die Rolle von Lactoferrin mit der Nahrungsaufnahme. Wir haben auch große laufende Studien gefunden, die unsere Ergebnisse unterstützen könnten, wenn die Ergebnisse verfügbar werden.

Hauptergebnisse: Evidenz von niedriger Qualität deutet darauf hin, dass orales Lactoferrin mit oder ohne Probiotikum Blutinfektionen und NEK bei Frühgeborenen ohne unerwünschte Wirkungen verringert. Es besteht noch Untersuchungsbedarf in Bezug auf Dosierung, Dauer, Art des Lactoferrins (von Menschen oder Rindern) und Entwicklung von Frühgeborenen.

Qualität der Evidenz: Die Evidenz ist von niedriger Qualität.

Übersetzung: 

H. Schilling, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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