Antibiotikainfusionen zu Hause für Menschen mit zystischer Fibrose

Fragestellung

In diesem Review untersuchten wir die Evidenz zur Wirkung von Antibiotika, die Menschen mit zystischer Fibrose zu Hause verabreicht werden.

Hintergrund

Die zystische Fibrose ist eine schwere genetische Erkrankung, bei der wiederkehrende Lungeninfektionen auftreten. Aufgrund dieser Infektionen verschlimmert sich die Lungenerkrankung bei diesen Patienten zunehmend. Lungeninfektionen werden häufig über einige Wochen mit Antibiotikainfusionen (direkte Verabreichung in eine Vene) im Krankenhaus behandelt. Diese Behandlung ist kostenintensiv und beeinträchtigt das Leben von Menschen mit zystischer Fibrose erheblich. Die Therapie kann zu Hause erfolgen wenn die Patienten und deren Pflegepersonal ausreichend Schulung und Unterstützung erhalten. Wir suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen die intravenöse Antibiotika-Verabreichung im Krankenhaus mit der gleichen Therapie zu Hause verglichen wurde. Dies ist eine Aktualisierung eines zuvor veröffentlichten Reviews.

Suchdatum

Stand der Evidenz: 23. November 2015.

Studienmerkmale

Die Suche ergab eine einzige Studie mit 17 Teilnehmern zwischen 10 und 41 Jahren, die unter einer plötzlich aufflammenden Infektion mit Pseudomonas aeruginosalitten. Die Studienteilnehmer wurden per Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt, die entweder zu Hause oder im Krankenhaus Antibiotika verabreicht bekamen. Patienten, die die Antibiotika-Therapie zu Hause bekommen sollten, verbrachten zuvor bis zu vier Tage im Krankenhaus, um zu lernen wie sie die Antibiotikainfusion vorbereiten und sich selbst verabreichen. Bei ihrer Entlassung bekamen sie eine ausreichende Menge an Antibiotika und Infusionsausrüstung für die gesamte Behandlungsdauer mit nach Hause, und es wurden Hausbesuche durchgeführt. Alle Teilnehmer erhielten das gleiche Antibiotikum und die Behandlungsdauer betrug mindestens zehn Tage.

Hauptergebnisse

In Bezug auf klinische Endpunkte, unerwünschte Ereignisse oder Komplikationen im Zuge der Infusionen wurden keine Unterschiede festgestellt. Die Patienten, die die Therapie zu Hause durchführten, waren stärker von Müdigkeit betroffen und hatten mehr Schwierigkeiten, mit der Behandlung zurechtzukommen. Die Ursachen hierfür könnten mehr Aktivität sowie ein gesteigerter Bedarf an Unterstützung sein. Die Durchführung der Therapie zu Hause war sowohl für die Familien als auch für das Krankenhaus kostengünstiger. Die Studie enthielt keine Angaben über indirekte Kosten. Daraus schließen wir, dass die Behandlung zu Hause Menschen kurzfristig nicht schadet und die Hospitalisations-bedingte soziale Beeinträchtung mindert. Die Entscheidung für diese Art der Therapiedurchführung muss jedoch von Fall zu Fall abgewogen werden.

Qualität der Evidenz

Die Evidenz ist sehr beschränkt und es besteht dringender Bedarf an weiterer Forschung, bevor diese Art der Therapiedurchführung empfohlen werden kann.

Übersetzung: 

I. Noack, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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