Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe zur Vermeidung von tiefen Beinvenenthrombosen während eines Krankenhausaufenthalts

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Patienten im Krankenhaus können direkt nach Operationen oder bei bestehender Immobilität in den Beinen oder Beckenvenen tiefe Beinvenenthrombosen (TBVT) entwickeln. Die Symptome reichen von Symptomlosigkeit bis zu Schmerzen und geschwollenen Beinen. Blutgerinnsel können aus den Beinen in die Lunge wandern, was zu einer Lungenembolie und zum Tod führen kann. Eine TBVT kann ohne weitere Auswirkungen ausheilen oder es kommt zu Spätfolgen, wie beispielsweise hohem Venendruck in den Beinen, Beinschmerzen, Schwellungen, Verfärbungen der Haut oder Entzündungen.

TBVT können durch Kompression oder Medikamente vermieden werden. Medikamente können zu Blutungen führen, was besonders für chirurgische Patienten problematisch sein kann. Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) beugen der Bildung von Blutgerinnseln in den Beinen vor, indem sie auf bestimmte Areale des Beins einen bestimmten Druck („Kompression“) ausüben. Wir fanden 19 randomisierte, kontrollierte Studien (mit Daten von 2.745 „Analyseeinheiten“: 1.681 Patienten und 1.064 Beine). Acht Studien verglichen das Tragen von MTPS mit keinen MTPS. Zehn Studien verglichen die Kombination von MTPS zusammen mit einer anderen Präventionsmaßnahme mit der alleinigen Anwendung der anderen Maßnahme bei Patienten, die sich einer Operation unterzogen. Die anderen Maßnahmen waren Dextran 70, Aspirin, Heparin und intermittierende Kompression. Von den 19 Studien schlossen neun Studien Patienten in der Allgemeinchirurgie ein, sechs Studien chirurgisch-orthopädische Patienten und nur eine Studie internistische Patienten. Die MTPS wurden einen Tag vor bzw. am Operationstag erstmals angezogen und bis zur Entlassung oder bis zur vollständigen Mobilisierung getragen. Das Vorliegen einer TBVT wurde in den meisten Studien mittels Radio-Fibrinogen-Aufnahme-Test nachgewiesen.Insgesamt waren die eingeschlossenen Studien von guter Qualität.

Unser Review bestätigte, dass MTPS das Risiko für TBVT bei chirurgischen Patienten reduzieren. Es zeigte sich außerdem, dass MTPS das Risiko für Thrombosen in den Oberschenkeln und für Lungenembolien bei solchen Patienten reduzieren können, allerdings basierten diese Ergebnisse auf deutlich geringeren Teilnehmerzahlen. Angaben zur Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen und Komplikationen im Zusammenhang mit dem Tragen von MTPS waren nur unzureichend berichtet. Für internistisch behandelte Patienten lag nur eine Studie vor, die Hinweise für einen vorbeugenden Effekt der Anwendung von MTPS hinsichtlich der Vermeidung von TBVT bei diesen Patienten zeigte.

Übersetzung: 

A. Stephan, R. Möhler, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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