Cochrane Collaboration erhält Sitz in der Weltgesundheitsversammlung
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„Die Cochrane Collaboration setzt den internationalen Standard für die unabhängige Bewertung und Assimilation von wissenschaftlicher Evidenz.“ Marie-Paule Kieny, stellvertretende Generaldirektorin im Bereich Innovation, Information, Evidenz und Forschung der Weltgesundheitsorganisation
(Genf, Schweiz – 24. Januar 2011) Am 24. Januar 2011 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Sitz in der Weltgesundheitsversammlung an die Cochrane Collaboration vergeben und ermöglicht damit der Collaboration, von nun an zu WHO Gesundheitsresolutionen beizutragen.
Die Cochrane Collaboration wurde durch die Versammlung des Exekutivrates der WHO als eine Nichtregierungsorganisation mit offiziellen Beziehungen zur WHO anerkannt. Damit wurde eine Partnerschaft mit formalisierter Kommunikation zwischen den beiden Organisationen etabliert.
„Die Cochrane Collaboration arbeitet seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen mit der WHO zusammen und ich bin hocherfreut, dass diese Zusammenarbeit nun in eine offizielle Partnerschaft mündet“, sagt Professor Jeremy Grimshaw, Vorsitzender des Lenkungsgremiums der Cochrane Collaboration. „Die WHO und verschiedene Gruppen der Collaboration haben in der Vergangenheit bereits gemeinsam erfolgreiche Projekte zu evidenzbasierter Medizin durchgeführt. Die fortlaufende Stärkung unserer Partnerschaft wird diese Zusammenarbeit fördern.“
Eines der bedeutenden Gemeinschaftsprojekte zwischen der WHO und der Cochrane Collaboration ist die WHO Reproductive Health Library. Dabei handelt es sich um eine elektronische Zeitschrift, die Themen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit abdeckt. Diese wird von der Abteilung für Reproduktive Gesundheit und Forschung der WHO produziert, unter Einbeziehung der besten verfügbaren Evidenz aus systematischen Übersichtsarbeiten der Cochrane Collaboration. Diese Initiative hat Millionen von Frauen und Babys in Entwicklungsländern geholfen: durch Praxisempfehlungen für die Gesundheitsversorgung von Neugeborenen, von Schwangerschaft und Geburt bis hin zu sexuell übertragbaren Infektionen. Eine Beispiel für eine solche Empfehlung ist die Abschaffung der routinemäßigen Anwendung des Dammschnitts (das Einschneiden der Haut und des Muskels, die die Vagina umgeben) während der Geburt, da dieser Eingriff oft zu Dammverletzungen, Infektion und schmerzhaftem Geschlechtsverkehr führt.
„Die Formalisierung einer offiziellen Partnerschaft mit solch einer einflussreichen Einrichtung wie der Weltgesundheitsorganisation ist eine Ehre für uns. Sie spricht Bände über die Leistung der Cochrane Collaboration in der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung“, fügt Grimshaw hinzu.
„Die Cochrane Collaboration setzt den internationalen Standard für die unabhängige Bewertung und Assimilation von wissenschaftlicher Evidenz. Sie ist führend in der Erstellung von qualitativ hochwertigen systematischen Übersichtsarbeiten in der Gesundheitsversorgung“, sagt Marie-Paule Kieny, stellvertretende Generaldirektorin im Bereich Innovation, Information, Evidenz und Forschung der Weltgesundheitsorganisation. „Die WHO arbeitet seit mehreren Jahren mit der Cochrane Collaboration zusammen und freut sich darauf, diese bereits sehr produktive Beziehung offiziell zu machen.“
Die Partnerschaft wird der Cochrane Collaboration die Möglichkeit geben, Einfluss darauf zu nehmen,
wie wissenschaftliche Evidenz von der WHO erzeugt und genutzt wird. Erreicht wird das, indem die Collaboration die Erfassung zuverlässiger Gesundheitsinformation verbessert und bereichsübergreifende Zusammenarbeit und hochwertige Forschung fördert. Die auf diese Art produzierte Evidenz soll sicherstellen, dass politische Entscheidungen in allen Bereichen zu Verbesserungen und Fairness im Gesundheitswesen beitragen.
Aktuelle Pläne der Cochrane Collaboration und der Weltgesundheitsorganisation beinhalten die Entwicklung der WHO Library of Evidence for Nutrition Actions (eLENA). Entsprechend den Prioritäten der WHO haben Cochrane Mitarbeiter relevante Übersichtarbeiten identifiziert und aktualisiert sowie neue Übersichtsarbeiten erstellt. Dies wird die Entwicklung fundierter, evidenzbasierter Richtlinien zu Ernährungsthemen, die für WHO Mitgliedstaaten und andere Partner von Bedeutung sind, fördern.
Translated into German by Juliane Ried, French Cochrane Centre, and staff at the German Cochrane Centre
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