Unser Name


Professor Archibald Leman Cochrane, CBE FRCP FFCM, 1909-1988
(Bild zusammengesetzt aus Hunderten von Fotos von Cochrane-Beitragenden)

Wieso "Cochrane"?
Cochrane ist benannt nach Archie Cochrane, einem britischen Arzt und Wissenschaftler, der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Epidemiologie als wissenschaftliche Disziplin beigetragen hat.

Archie Cochrane wurde vor allem nach der Veröffentlichung seines Buch Effectiveness and Efficiency: Random Reflections on Health Servicesim Jahr 1972 bekannt [1]. Was er darin vorschlug, war einfach: dass die knappen Mittel gerecht und nur für Leistungen eingesetzt werden sollten, welche sich in methodisch guten Studien als wirksam erwiesen haben. Er betonte die Bedeutung von Evidenz aus randomisierten, kontrollierten Studien (sog. RCTs ), da diese viel zuverlässigere Informationen liefern können als Studien mit einem anderen Design. Archie Cochranes unkomplizierte Ansätze wurden recht schnell von Laien und Gesundheitsfachleuten als fundamental wichtig angesehen.

1979 schrieb er: "Unser Berufstand muss sicherlich dafür kritisiert werden, dass wir die relevanten randomisierten kontrollierten Studien bisher nicht kritisch zusammengefasst, nach Fach- und Spezialgebieten geordnet und regelmässig angepasst haben."[2] Diese Kritik führte in den 1980er-Jahren zu einer internationalen Zusammmenarbeit, um die Oxford Database of Perinatal Trials zu gründen.

Im Jahr 1987, ein Jahr vor seinem Tod, bezeichnete Cochrane einen systematischen Review von RCTs zur Versorgung während Schwangerschaft und Geburt als "echten Meilenstein in der Geschichte der randomisierten Studien und der Bewertung der Gesundheitsversorgung", und schlug vor, dass andere Fachgebiete die angewandte Methodik übernehmen sollten.[3] Seine frühe Unterstützung und die Tatsache, dass andere seine Ansichten teilten, führte 1992 zur Eröffnung des ersten Cochrane Zentrums in Oxford (GB) und 1993 zur Gründung der Cochrane Collaboration.


Arbeiten von und über Archie Cochrane:

Cochrane AL. Effectiveness and Efficiency. Random Reflections on Health Services. London: Nuffield Provincial Hospitals Trust, 1972. (Nachdruck: 1989 zusammen mit BMJ, Nachdruck 1999 für den Nuffield Trust durch die Royal Society of Medicine Press, London (ISBN 1-85315-394-X).) [1]

Cochrane AL. 1931-1971: a critical review , with particular reference to the medical profession. In: Medicines for the year 2000. London: Office of Health Economics, 1979, 1-11. [2]

Cochrane AL. Vorwort. In: Chalmers I, Enkin M, Keirse MJNC, Hrsg. Effective care in pregnancy and childbirth. Oxford: Oxford University Press, 1989. [3]

Dickersin K and Manheimer E. The Cochrane Collaboration: Evaluation of health care and services using systematic reviews of the results of randomised controlled trials. Clinical Obstetrics and Gynecology 41(2):315-331, 1998. Gibt einen ausgezeichneten Einblick, wie Archie Cochranes Vision andere inspiriert hat und schliesslich zur Gründung der Cochrane Collaboration geführt hat.

Archie Cochrane: Back to the front. Herausgegeben von Xavier Bosch. Ausgehend von Archie Cochranes Erfahrung während des Spanischen Bürgerkriegs wird sein Leben und Werk und sein Einfluss auf die Gründung und den Aufbau der Cochrane Collaboration dargestellt. Enthält Beiträge von diversen Personen aus Familie, Freundes- und Kollegenkreis. Exemplare können für €75.00 (£52.00) mit diesem Formular bestellt werden.

One man's medicine : an autobiography of Professor Archie Cochrane. A.L. Cochrane ; Max Blythe. Cardiff: Cardiff University. 2009. Neue Ausgabe. 303 Seiten, 14 Tafeln, 16 Abbildungen. ISBN 978-0-9540884-3-9 . [Online bestellen bei der Cardiff Universität (Lindsay Roberts, Health Library, Cochrane Building, Cardiff University, Heath Park, Cardiff, CF14 4YU, UK) oder über amazon.co.uk.]

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